⛴️🇬🇱 Ostgrönland, 12.-14.9.2026

Samstag, 12.9.2026
Wir wachten am Sydkap auf,
es ging bereits gegen 8:30 an Land. Eine kleine Schutzhütte war zu besichtigen, die verwitterten Schädel zweier Moschusochsen waren zu bewundern und es galt, eine kleine Anhöhe zu erklimmen.
Auf dem Weg wuchsen winzige, aber saftig-süße Beeren (die wir nicht hätten probieren dürfen).
Der Ausblick war hübsch, überall trieben mehr oder weniger große Eisberge, die Sonne zeigte sich endlich mal zaghaft.
Auch hier wurde behauptet, es gäbe ganz hinten in diesem talartigen Einschnitt in der Landschaft einen Schneehasen (arctic hare auf Englisch). Ich glaube langsam, dass war ein Trick um uns in Bewegung zu bringen 🤣
Während des Mittagessens waren wir schon unterwegs nach Jytte Havn. Dort ankerten wir zwischen riesigen Eisbergen. Das sieht man auf den Fotos schlecht, aber angenommen das Schiff ist ab der Wasserlinie 20m hoch, dann waren diese Kathedralen aus Eis mindestens 100m hoch. Die umliegenden Berge sollen 2.000-3.000m hoch gewesen sein.
Wie üblich wurden wir mit den Zodiacs an Land kutschiert und durften in einem begrenzten und mit Gewehren bewachten Radius auf die Anhöhen kraxeln und die unglaubliche Landschaft genießen. Keine Tiere. Nix. Langsam wird mir das unheimlich.
Ich lerne viele schöne neue englische Vokabeln: party pooper=Spielverderber. Überhaupt ist das hier eine sehr internationale Gruppe. Ich habe sehr viel mit Chinesen zu tun, besonders aus Singapur, mit Engländern und Amerikanern (die sich immer wieder zerknirscht und voller Scham für den *** entschuldigen, der auf dem Präsidentensessel sitzt). Dann sind einige Schweizer an Bord, Inder, und noch einzelne andere Nationen. Obwohl die Deutschen um die Hälfte ausmachen habe ich mit denen eher weniger zu tun.
Sonntag, 13.9.2026
Ich wachte bei strahlend schönem Wetter und blauem Himmel auf. Das Wasser war ruhig, wir lagen im Rypefjord vor einem Gletscher, eine Traumkulisse.
In der Nacht zuvor kam gegen Mitternacht eine Schiffsdurchsage, es seien Nordlichter zu sehen. Also noch mal raus aus dem Bett:
Nach dem Frühstück ging es an Land und zu einer anstrengenden Besteigung einer Fjordflanke. Die Ausblicke entlohnten aber jeglichen Covid-Herzgalopp.
Auf dem Weg nach unten sahen wir einen toten Moschusochsen, an dem sich Polarfüchse gütlich taten.
Was ist denn das?! Ich habe von dem Tier gegessen, ich habe seine ausgebleichten Schädelknochen gesehen, seinen noch frischen Kadaver betrachtet, aber kein lebendes Exemplar gesehen 🤔
Zurück auf dem Schiff gab es auf Deck 5 das übliche Barbecue, das auf jeder Reise bei entsprechendem Wetter veranstaltet wird.
Eigentlich toll, aber es läuft immer laute Musik und das passt so gar nicht zu der friedlichen Stille und der majestätischen Landschaft, die einen umgeben.
Dann ging es mit 5 Knoten (Geschwindigkeitsbegrenzung in weiten Bereichen des Sunds) zur nächsten Anlegestelle; in diesem weiten Fjord bei Sonnenschein war das einfach herrlich.
Wir ankerten und setzten zu einer erneuten Kraxelei an. Auf einem felsigen Plateau sahen wir in einiger Entfernung tatsächlich drei sich bewegende braune Punkte, lebendige Rindviecher! Zu weit entfernt, ich hoffe, Florian hat es mit seinem Equipment geschafft, Fotos zu machen. Der Blick in alle Richtungen war allerdings großartig. Die Dimensionen dieser Landschaft sind auf Fotos schwer zu erahnen; ich habe das Schiff häufiger als Vergleichsgrösse integriert.
Montag, 14.9.2026
Nachts gab es wieder die Aurora Borealis.
Im Harefjord fanden wir Leben. Wir sahen (leider weit entfernt) mehrere Moschusochsen, ein paar Gänse und zwei kleine Robben.
Der Gletscher war schon recht weit abgestorben, wie man auf dem Bildern erkennen kann. Das war eine sehr schöne, eiskalte zweistündige Zodiactour.
Zurück an Bord ging es gleich ans Umziehen für den Polar Plunge. Diesmal waren es eher wenige, die gesprungen sind.
Angeblich hatte das Wasser +4°, aber das bezweifle ich, da schon viele gefrorene Salzwasserstücke auf der Oberfläche trieben und dafür muss es mindestens -1° haben. Fühlte sich jedenfalls seeehr kalt an, toll.
An der Stelle, an der ich auf den Info-Monitor geschaut habe, war der Fjord 1.003m tief.
Die Luft hier ist extrem trocken. Die Dimensionen sind schwer zu erfassen, selbst wenn man sich mittendrin bewegt. Alles ist enorm weit, hoch und tief.
Am Nachmittag saß ich dick eingemummelt drei Stunden auf Deck 5, die Szenerie war einfach spektakulär. Es gab viele Titanic-Momente, wenn wir dicht an Eisbergen vorbei fuhren, die doppelt so hoch wie das Schiff waren.
In diesen hier beispielsweise würde die Sea Spirit vermutlich locker 4x reinpassen:
Wir fuhren die Strecke zurück, die wir nachts hingefahren sind und da fragten sich einige, wie gefährlich das wohl realistisch betrachtet gewesen ist 🤣
Der Foto-Contest wurde eingeläutet. Ich nehme nun zum dritten Mal teil 😁Mit diesem Bild:
Peter aus Singapur spielte mit mir Scrabble, derweil wir weiter durch den enorm weiten Fjord fuhren.
Ein paar Bilder muss ich nachliefern. Meine Kamera spricht nicht mehr mit dem Smartphone, obwohl zu Hause alles funktionierte, deshalb gibt es nur Handyfotos.
Morgen beginnt die Rückreise, die aufgrund erneut angekündigten Sturms in der Dänemarkstraße unangenehm werden wird und früher losgehen muss, als geplant, damit wir rechtzeitig für alle Flüge zurück in Reykjavik sind 🤢








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