⛴️ 🇬🇸 2.&3.11.25, Südgeorgien
- Charlotte Tina

- 14. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Nov.
Sonntag, 2.11.
Wir ankerten vor der St. Andrews Bay, einer der größten Kolonien von Pinguinen auf Südgeorgien und der Welt. Über 200.000 Tiere leben dort, daneben zahlreiche Seeelefanten, Robben, Albatrosse und viele weitere Vögel.
Drei Gletscher mündeten noch vor 100 Jahren in die Bucht.
Sie sind weit abgeschmolzen und haben so die Population der Königspinguine, die einst bei 1.000 Tieren lag, stark begünstigt.
Abgesehen von der Schönheit der Landschaft ist es überwältigend, wie man sich inmitten all dieser Tiere bewegen kann, die einen weder als Feind noch als Futter einordnen und einen manchmal interessiert zurück betrachten, meist aber schlicht ignorieren.
Auf der gesamten Insel gelten für uns Besucher sehr strikte Regeln:
Man darf sich weder irgendwo hinsetzen noch hocken, muss mindestens fünf Meter Abstand zu allen Tieren halten, wenn ein Tier auf einen zukommt (und einige Pinguine sind sehr neugierig) muss man sich entfernen bzw. den Weg frei machen, man darf sich nicht erleichtern (was dazu führte, dass ich einmal sehr eilig mit einem Zodiac eine Solotour zurück zum Schiff bekam).
Selbst (andere) Vögel sind so arglos, dass sie zuweilen neben einem landen und einen neugierig anschauen.
Ich beobachtete mehrmals die gigantischen Seeelefanten, die ihre Vorherrschaft und Dominanz bekräftigten.
Der Herrscher über einen Strandabschnitt und damit einen Harem wird Beachmaster genannt.
Man hat fast das Gefühl, dass die Erde bebt, wenn zwei dieser Kolosse, die gute vier Tonnen wiegen, aufeinanderprallen und möchte ganz sicher nicht dazwischen geraten, wie ein nicht unbedeutender Prozentsatz von Jungtieren, die tot gequetscht werden von diesen wabbelnden Dampfwalzen. Wir sahen einige, die dieses Schicksal ereilt hatte.
Die Pinguine waren teilweise noch in der Mauser und hatten Büschel brauner Wolle am Körper.
Sie säumten zu tausenden das Flussufer. An der Küste liefen sie in Gruppen, häufig in einer Reihe.
Sie wirken wie ein Organismus, das seltsam hohe, summende Geräusch das sie von sich geben verstärkt diesen Eindruck nur. Einzelne Tiere sind eher selten anzutreffen.
Nachmittags gingen wir in Gold Harbour an Land. Seeelefanten und Pinguine prägten erneut das Bild der hügeligen Landschaft.
Eine kleine Gruppe kletterte den sehr steilen Hang an der Anlegestelle hinauf, von wo aus die Aussicht umwerfend war.
Montag, 3.11.
Wir erreichten Grytviken, die erste, größte, lukrativste und bekannteste ehemalige Walfangstation auf Südgeorgien.
Vor dem Landgang kamen Behördenvertreter an Bord, zeigten einen kurzen Film über die Insel und vor dem Besteigen der Zodiacs wurde jeder auf kleinste Spuren von Samen kontrolliert, um Kontaminationen zu vermeiden. Klettverschlüsse, das Profil der Schuhe-mit Pinzetten, Drahtbürste und Staubsauger hatten wir wieder alles gereinigt und so bekamen wir eine positive Bewertung und die Erlaubnis, an Land zu gehen.
Der South Georgia Heritage Trust hat die Insel in jahrelanger Arbeit auch von Ratten befreit, was ebenfalls die Anzahl der Pinguine erhöhte, weil die Eier nicht mehr gefressen wurden. Der Erhalt und diePflege werden im wesentlichen durch Spenden finanziert, falls jemand noch eine Möglichkeit sucht, Gutes zu tun…
Grytviken ist ein Ort des Schreckens. Über viele Jahrzehnte hinweg wurden dort zehntausende Wale im Akkord abgeschlachtet, zerlegt und sämtliche Teile verarbeitet.
Auch Pinguine wurden dort geschlachtet und in Kesseln ihres Fetts wegen gekocht.
Über 170.000 Wale wurden allein um South Georgia herum getötet.
Der Ort wirkt idyllisch, aber der Boden ist getränkt von Blut, Fett und Leid.
Die Gebäude stehen noch, ein Haus wurde zu einem Museum mit Shop umfunktioniert, eins beherbergt eine Poststation.
Auch der ehemalige Laden ist zu besichtigen:
Auf Südgeorgien gibt es keine festen Einwohner; die Menschen, die hier arbeiten, leben für ein bis sechs Monate im Ort.
Die Anreise ist ausschließlich mit dem Schiff möglich. Im Umkreis von hunderten Seemeilen ist keine menschliche Siedlung zu finden.
Das liegt schon ein bisschen abgeschieden.
In der Kirche gab es eine kleine Bibliothek.
Auf dem sehr kleinen Friedhof befindet sich das Grab von Sir Ernest Shackleton.
Jo lief ein Stück an der Küste entlang und sah eine Seekuh, die gerade ein Junges geboren hatte, das Blut war noch ganz frisch, die Seevögel verputzten die Plazenta:
Nach diesem wenig erbaulichen aber interessanten Besuch fuhren wir weiter zum nächsten Landgang nach Jason Harbour, wo es wunderschön war:
To be continued…




















































































































































































































































































































































































































Ein Traum!😍