- Charlotte Tina

- 17. Sept. 2025
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Nov. 2025
Montag, 15. September
Erbarmungslos klingelte der Wecker um 3:35, Flybondi hatte meinen ursprünglich entspannt geplanten Abflug auf 6:45 vorverlegt.
Mit dem Shuttle zum Flughafen, blödsinnig so früh dort sein zu müssen. Wozu wurde der online Check-in eingeführt?
Es gab im Flieger die übliche Ansage auf Spanisch, dann die Frage, ob jemand Englischsprachiges an Bord ist, der möge bitte die Hand heben. Da war ich im voll besetzten Flugzeug geoutet als einzige.
Habe ich auch noch nicht erlebt. Es wurden also ellenlange Durchsagen auf Spanisch gemacht und danach manchmal kurze, unverständliche auf Englisch.
Die Mietwagenfirma war ein Subsubsubunternehmen von Europcar. Hätte ich nicht genommen, hätte ich das gewusst. Keine andere Sprache als Spanisch. Er konnte ein paar Brocken, wesentlich zu wenig, um Inhalte zu transportieren. Google Translate brachte ich in die Unterhaltung ein, nicht der Dienstleister 🤦♀️Sie beharrten darauf, dass ich unterversichert sei (ich nehme nach weniger guten Erfahrungen insbesondere mit Europcar und Aurum immer alles, was geht).
So ging es weiter.
Ich war zu früh und sollte zwei Stunden später wiederkommen.
Also nahm ich mir ein Taxi, nach einigen Missverständnissen bekam ich meinen Trolley, zurück zur Autovermietung.
Ich tauschte noch mal Geld, weil ich mir das in ländlichen Gegenden schwieriger vorstelle, der Kurs des blauen Dollars heute: 1€=1.763ARS. Schön für mich.
Ich verstehe immer nicht, wenn ein Dienstleister, der zumindest theoretisch eine Kernkompetenz hat (in diesem Fall, ein Auto zu vermieten), diese eine theoretische Kompetenz nicht drauf hat. Aber vielleicht bin ich mit diesem Anspruch ja zu deutsch.
Auf der Fahrt nach Tandil bekam ich die Nachricht, dass das Auto nicht für Chile versichert sei und nicht den Vorschriften für Feuerland entsprechen würde (bis Oktober dürfe man nur mit Reifen mit Spikes fahren und ansonsten müsse man auch Schneeketten mitführen) und ich damit also nicht nach Ushuaia fahren könnte.
Ich hatte es bei der Buchung angegeben. Um sicher zu gehen hatte ich es mir extra noch per Mail bestätigen lassen. Ich hatte bestimmt 4x vor Ort bei diesem Trottel nachgefragt, der tierisch genervt davon war.
Ich schrieb zurück, das sei ihr Problem, das sie lösen sollten.
Ich sollte zurück kommen oder 2.000Km entfernt in Bariloche oder südlicher, in El Calafate, den Wagen tauschen. Wtf?!
Nach knapp 400Km kam ich an.
In Tandil hatte ich zwei Nächte zur Erholung auf einer Estancia reserviert.
Das Zimmer ist hübsch, die Farm riesig und schön, viele Vögel zwitschern, Pferde grasen friedlich, das Gras ist sattgrün, im Kamin knisterte den ganzen Tag ein Feuerchen, es gab mehrere Sitzlandschaften, haufenweise nette Hunde liefen gut gelaunt durch die Gegend, die reinste Idylle.
Das Zimmer war mit Halbpension, Abendessen gab es ab 20:00.
Ich war fix und fertig von diesem Tag.
Ich hab geschmult, so sieht ein Doppelzimmer aus:
Ein Glas Sauvignon Blanc, der okay war, begleitete das kleine Menü.
Vorweg kam ein Brotkorb, der mir schon gereicht hätte. Alle drei Sorten waren frisch, warm, selbst gebacken und köstlich.
Der erste Gang, die Pilzsuppe, war aromatisch und wärmend.
Es folgten frische Spinatnudeln mit frischem Pesto aus Rauke und Walnüssen. Ich bin weder eine Freundin von Pasta noch von Pesto, aber das war unglaublich. Sie brachte mir zur Ansicht einige Walnüsse von ihren eigenen Bäumen und die schmeckten ganz anders als die, die ich bislang gegessen habe. Das erklärte das besondere Aroma.
Eine Zitronencreme, wie ein selbst gemachtes Lemon Curd, bedeckt mit einer karamellisierten Zuckerschicht, rundete das Essen trefflich ab.
Außer mir war nur noch ein argentinisches Ehepaar da. Er Erdölingenieur, beide haben jahrzehntelang auf der ganzen Welt gelebt. Es war interessant Ihnen zuzuhören und ihre Sicht auf Deutschland zu erfahren.
Ich musste aber früh ins Bett fallen, der Tag war einfach zu lang und anstrengend.
Die Autovermietung hatte wieder geschrieben, das ist eine beschissene Situation und versetzt mich zurück nach Neuseeland, wo das mit Europcar auch so ein Albtraum war, dass sie mir zwei Wochen verdorben haben von diesen wunderschönen Inseln.
Ich weiß nicht, was ich machen soll, im Grunde habe ich keine Wahl, als Feuerland auszulassen.
Ich schaffe es einfach nicht, nach Bariloche oder El Calfate zu fahren um das Auto zu tauschen, hin und her, dieses Land ist so riesig, das wären hunderte bzw. tausende von Kilometern Umweg.
Ich werde eh schon sehr viel fahren, aber ich möchte nicht nur durchs Land hetzen mit dem Auto.
Ich habe wirklich gut geplant, ein Beispiel dafür, wie ein unfähiger, desinteressierter Vollidiot einem viel ruinieren kann und das Ärgerlichste ist, dass ich nichts tun kann, nicht entschädigt werde, einfach frustrierend.
Dienstag, 16. September
Eine schlechte Nacht, das Autothema quälte mich.
Ich stand um 6:30 auf und genoss bei einem Spaziergang den Sonnenaufgang.
Eine Stunde später lag alles in dichtem Nebel. Weitere vier Stunden später strahlte die Sonne und es war völlig klar.
Es ist herrlich hier. Die Betreiber sind herzlich und der Service ist beeindruckend gut.
Hier wird so viel wie möglich selbst gemacht, zum Frühstück beispielsweise die Erdbeer- und die Pflaumenmarmelade, die Croissants, es gab Büffeljoghurt (habe ich noch nie gegessen-ist leicht säuerlich, sehr speziell), frisch gepressten Saft, alles liebevoll angerichtet. Der Betreiber singt und summt und strahlt die ganze Zeit, eine Freude.
Alles hier atmet puren Frieden und Gelassenheit, erstaunlich.
Auch die Seife ist selbstgemacht und duftet intensiv zitronig, das Shampoo und die Spülung anscheinend ebenfalls.
Es gibt mehrere Gemüsegärten, viele Obstbäume und wie schon erwähnt auch Nüsse.
Vor dem Feuer studierte ich lange die Karte.
Und war frustriert.
Also fragte ich, wann ich einen Ausritt machen könnte, wurde angestrahlt und gefragt, ob in einer halben Stunde in Ordnung sei. Ja! 😁
Martín sprach nur Spanisch, aber irgendwie haben wir trotzdem einen Haufen Informationen ausgetauscht. Seine drei Hunde begleiteten uns, darunter ein drei Monate junger Malinois, den hätte ich mitnehmen wollen. Der stolperte in seiner welpenhaften Tolpatschigkeit immer wieder über Äste oder seine eigenen Beine und sah sich dann um, als wollte er sich vergewissern ob das jemand gesehen hat. Wir haben sehr gelacht.
Hier gibt es riesengroße wunderschöne Bäume mit sich vertikal in Streifen schälender Rinde. Keine Ahnung, wie die heißen, sehen aber toll aus. Zitronen und Orangen wachsen hier ebenfalls.
Martín korrigierte erst mal alles an meiner Sitzhaltung und wie ich die Zügel hielt. Die argentinische Art/die der Gauchos zu reiten ist mit viel tieferen Steigbügeln, die Zügel in einer Hand zusammengefasst, Richtungsangabe nur über einhändiges Ziehen in die eine oder andere Richtung.
Auch der Sattel ist anders, wesentlich härter und anders geformt.
Wir sind durch einen sehr lichten Wald geritten, an einem Ort für die Jungfrau Maria vorbeigekommen, haben eine Herde Rinder mit Kälbern aufgeschreckt und sind insgesamt einem Teil der Grundstücksbegrenzung gefolgt.
Die allermeisten Menschen hier erlebe ich als sehr warmherzig und überaus freundlich, sehr offen, auf der Straße wird man auch in größeren Orten freundlich gegrüßt.
Einige wenige, leider aber fast jeden Tag jemand bislang, sind aber offenbar ziemlich rassistisch, unangenehm, bescheissen einen auch gerne sehr schnell, ich habe noch nicht rausfinden können, was das Vorurteil ist.
Wenn ich versuche das in einem Gespräch zu erfragen, scheint das außerordentlich schlimm zu sein und wird komplett ignoriert. Hm 🤔
Den Rest des Tages las ich vor dem Feuer (Echtzeitalter von Tonio Schachinger, gefällt mir gut), ging noch etwas spazieren auf der Farm, plante meine nächsten drei Tage ganz grob bzw. suchte mir verschiedene Optionen raus.
Bei solchen Reisen kann man irgendwann nicht mehr danach planen, wo man hin möchte, sondern man muss sich nach den Möglichkeiten richten: gibt es dort eine Unterkunft oder ist die nächste 200Km weiter so dass die Etappe ganz anders aussehen muss? So werden, bei angepeilten 300Km pro Etappe, manche 500Km lang, andere wieder 150-200Km.
Manche Straßen kann man nur in eine Richtung befahren und wieder zurück, was viele zusätzliche Kilometer bedeuten kann.
Und ich komme in einigen Tagen in Regionen, wo das so ist.
Zum Abendessen gab es zunächst sehr lange Grissini, eine Suppe aus Möhre und Orangen vom eigenen Land, dann ein (kaltes 🥴) Egg Benedict, als Hauptgang Schweineschnitzel mit einer seltsamen Salsa, gebackenen Süßkartoffeln und einem leckeren heißen Chutney aus roten Zwiebeln und Rotwein.
Falls sich jemand fragt, ob ich das alles gegessen habe-nein!!!
Am Vorabend auch nicht. Das war Pasta für drei Leute und schwamm in Olivenöl. Viel zu viel.
Zum Nachtisch kam eine Kugel Sahneeis mit einem Kompott aus in Sirup eingekochten Kumquats (wobei sie nicht wie solche aussahen, aber durchaus so schmeckten) aus dem Garten.
Das war nur bedingt meins, aber alles gut umgesetzt.
Mittwoch, 17. September
Um 8:00 gab es ein liebevoll arrangiertes Frühstück und dann los. Bis Carhué/zum Lago Epecuén waren es gute 400Km.
Ich fuhr fast durch und brauchte etwas über fünf Stunden.
Ich nutze Waze, das sich hier deutlich besser macht als Google Maps.
Der Zustand der Straßen ist bislang völlig okay. Die Argentinier finden sie schlecht, die Reiseführer und eigentlich alle. Stimmt aber nicht. Die paar Schlaglöcher, das haben wir auch auf einigen Straßen.
Ich habe übrigens einen Toyota Yaris mit 23.000Km. Gebucht habe ich etwas kleineres, fahre ich lieber. Aber er ist fast okay. Wenn er nach Chile dürfte.
Die erste Tankstelle nach Tandil sah ich erst nach 250Km und über 350Km hatte mein Smartphone absolut keinen Empfang.
Die Landschaft war flach, eigentlich nur weite Grassteppe. Langweilig. Erinnerte mich an meine tagelange Fahrt durch Saskatchewan. Allerdings gibt es hier erwartungsgemäß sehr viele, gut verteilte Rinderherden und auch viele Pferde.
Ich habe noch nie so viele Tiere die Straße queren wollen gesehen.
Viele haben es leider nicht geschafft.
Hunde, Kojoten, etwas, das aussah wie ein Biber, viele Vögel.
Ich sah einen Raubvogel mit einer Maus im Schnabel fliegen.
Ich sah einen toten Tapir am Wegesrand. Der war fast so groß wie ich, ein erschreckendes Bild.
Es gibt sehr viele Störche, Adler und auch wilde grüne Papageien.
Kleine Vögel, die wie weibliche Enten aussehen und offenbar nicht fliegen können.
Die armen kleinen Dinger eilen langsam trippelnd über den Asphalt und sind sehr schlecht zu sehen.
Es gab noch viel mehr Tiere, die kenne ich aber nicht und habe sie noch nicht gefunden über Google.
Eins hatte puscheliges Fell und sah aus wie eine Kreuzung aus Igel und Stinktier.
Die Geschichte von Villa Epecuén ist tragisch und zu lang, um hier erzählt zu werden; ich verweise erneut auf den kurzweiligen Artikel in der Wikipedia.
Jedenfalls wurde die Stadt im November 1985 binnen kürzester Zeit geflutet und lag dann 25 Jahre lang unter bis zu acht Meter tiefem Wasser, bis der Klimawandel die Region (das ist noch Buenos Aires) austrocknete und den Ort wieder freigab.
Bemerkenswert ist, daß der See nach dem Toten Meer den höchsten Salzgehalt weltweit aufwies.
Eintritt 4,62€, das ganze ist bizarr und bedrückend. Es erinnerte mich stark an Fotos von Hiroshima nach dem Einsatz der Atombombe und mit diesen Bildern vor Augen ging ich dort hindurch.
Hier ein paar Eindrücke (die ersten beiden Bilder sind vorher/nachher):
Wesentlich schneller als geplant war ich durch, deshalb fuhr ich zu meinem Appartement in Carhué.
41€ für ein sehr großes KüchenWohnEsszimmer, ein Bad und ein Schlafzimmer. Parkplatz, Balkon, Downtown. Was will man mehr?!
Etwas genervt bin ich davon, dass hier oft die nationale Währung nicht akzeptiert wird, sie wollen US-Dollar. Ich habe drei Währungen dabei, aber so werde ich nicht sehr weit kommen mit meinem Geld.
Da Siestazeit war, hatte ich noch Muße bis zur Öffnung des Supermarktes und schlenderte durch den Ort.
Die Fassade täuscht durchaus schnell. Hinter den für mich zunächst etwas vernachlässigt und ausgestorben aussehenden Fronten steckten eine hochmoderne Autowerkstatt, blitzblank zudem, eine Vielzahl interessanter kleiner Geschäfte, die zur Mittagspause die Gardinen zuziehen, gepflegte Höfe.
Im Supermarkt dann erstand ich die Grundausstattung für die nächsten Wochen, also Salz, braunen Zucker, eine Schüssel, ein Müsli. Zudem, mir war die regionale Salami wärmstens empfohlen worden, eine kleine davon also, Salat, Tomate, Knoblauch, Zwiebel, Zitrone fürs Abendessen, eine Dose Thunfisch, Milch (die schmeckt hier super! Die fetteste Version hat 3%), Wein, Kaffee und Brot.
Die kleinste verfügbare Menge Brot waren zwei Baguettes.
Alles zusammen 23,59€.
Falls es jemanden interessiert, hier die Einzelpreise:
Es gibt so schöne Etiketten auf den Weinflaschen! Und es gibt gute Weine sehr günstig. Ich habe mir einen Rosé gekauft, der hervorragend ist. Mein Alkoholkonsum hier in den letzten 5 Tagen ist grösser als sonst in einem Jahr zusammengenommen.
- Charlotte Tina

- 15. Sept. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Sept. 2025
Samstag, 13. & Sonntag, 14. September
Ich hatte vorab gelesen, dass Flüge in Argentinien immer sehr unpünktlich sein sollen, das erlebte ich nun selbst.
Gebucht hatte ich vom nationalen Flughafen Jorge Newbery in der Stadt für 10:00.
Das wurde mehrfach umgebucht, zuletzt in der Nacht davor.
Es wurde der internationale Flughafen (weit außerhalb) und 13:25.
Stella, Bobby und ich unternahmen einen letzten Spaziergang bei 12°,
dann stand das Taxi vor der Tür. Ich empfehle Taxi Ezeiza, der Weg zum Flughafen ist deutlich günstiger, 30.000ARS, ca. 19€ (andere Richtung 45.000). Die Buchung geht einfach über WhatsApp.
Als ich ankam, war erneut eine unbestimmte Verspätung angezeigt.
Merke: in Argentinien keinesfalls einen Billigflieger wie Flybondi buchen. In diesem Fall hatte es für mich zeitlich keine Alternative gegeben. Das sehe ich jetzt anders.
Mein Ziel in Iguazú sind die Wasserfälle, die größten der Welt. Sie liegen direkt im Grenzdreieck Argentinien, Brasilien, Paraguay.
Man kann Ganztagestouren buchen, die begleitet auch auf die brasilianische Seite führen (die Formalitäten im Grenzbereich werden so deutlich schneller erledigt), von der aus die Blicke weitaus beeindruckender sein sollen.
Ich habe zwei Nächte gebucht, ein Shuttle ist für 8€ für die 20Km vom Flughafen buchbar und fährt einen (nacheinander, ein Minibus) zu den jeweiligen Unterkünften).
Ich warf meinen kleinen Rucksack ab und lief bei 27° die 2,5Km in subtropischer Umgebung zum Hito Tres Fronteras, dem Punkt, von dem aus man auf die anderen Länder, den Iguazú-River und den Rio Paranà blickt. Es war Wochende, ein Laufwettbewerb fand statt, ein kleiner Markt war aufgebaut, viele Jugendliche waren unterwegs, irgendwo wurde Musik gespielt, Volksfeststimmung bei schwüler Hitze.
Die Trabantenstadt ist klein und mit dem Wasserfalltourismus gewachsen.
Hier gibt es enorm viele nette Hunde und eine Vielzahl von Stanley-Cups, über deren Farben, Größe und Funktionen die Firma vermutlich selbst erstaunt wäre. Oder es gibt argentinische Kollektionen. Wer weiß.
Ich habe mal zur Anschauung das Angebot von Yerba-Mate und verschiedenen Gefäßen in einem kleinen Supermarkt dokumentiert.
Auf dem Rückweg beschloss ich, in das bessere der von meinen Gastgebern empfohlenen Restaurants zu gehen, außer dem Tostado und einem Alfajoras hatte ich noch nichts gegessen und das Steak-Thema war noch in der Schwebe.
Das Restaurante La Rueda 1975 war schön, ich nahm auf der Terrasse Platz und sofort stand eine Version von Aperol Spritz vor mir.
Die Karte war interessant, aber ich verstand nicht, was ein Steak Chorizo sein sollte. Chorizo ist doch die Wurst?! Das Internet gab auf die Schnelle auch keine Erklärung.
Am Nachbartisch hörte ich Deutsch und ein Mann bestellte auf Spanisch, perfekt!
Ich fragte ob sie wüssten was das bedeutet, dem war nicht so, aber sie hatten es bestellt.
Kurz darauf luden sie mich an ihren Tisch ein und es wurde ein besonders unterhaltsamer und schöner Abend mit Christin, Saskia und Till.
Wir teilten alles Essen, tranken leckeren Wein und die beiden Frauen tanzten etwas Tango, sehr schön. Zum Nachtisch gab es eine sagenhaft leckere Passionsfrucht-Mousse.
Vielleicht treffen wir noch einmal zusammen. Saskia und Till werden eventuell passend in Bariloche sein, Christin will nach Ushuaia.
Die Angestellten des Restaurants präsentierten den Gästen stolz einen großen Wels, den sie zur Beguachtung an jeden Tisch trugen.
An Sonntag wurde ich um 7:30 vor meiner Unterkunft mit einem Kleinbus eingesammelt und wir fuhren mit acht Leuten zur argentinischen Seite der Fälle.
António, unser Guide, war Brasilianer und sprach neben Portugiesisch und Spanisch noch fast akzentfreies Englisch, wirklich passables Französisch und lernte gerade Deutsch. Außerdem war er fertig studierter Ingenieur und Pilot mit 130 Flugstunden. Unglaublich. Es gibt immer wieder so beeindruckende Menschen. Und besonders nett war er auch noch.
Das ganze war sehr gut organisiert, wir sparten uns die langen Schlangen an den Kassen, es war super interessant und schön und erfreulich war, dass nie der Eindruck einer don‘t forget the time being back at the bus-Situation entstand; wir hatten genug Zeit und Freiraum.
Im Nationalpark der argentinischen Seite fährt eine Bimmelbahn über eine Station ein ziemliches Stück auf die Höhe des Teufelsschlunds.
Metallene Stege führen über das Wasser, an dieser Stelle läuft man um die 20min darüber bis zum Aussichtspunkt, ein ordentliches Stück.
Es gibt in den Nationalparks Jaguare, Pumas, Nasenbären, Tapire, Tukane, Affen, unzählige andere Tiere… und Giftspinnen. Zu denen ich seit Neuseeland ein eher angespanntes Verhältnis habe.
Die Welse auf den Bildern sind etwa 1m lang.
Nasenbären sind sooo süß! Die habe ich noch nie gesehen ausser auf Fotos. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Ratte, Streifenhörnchen und Pinocchio.
Hier schnuffelten sie alles ab auf der Suche nach den Resten von Menschenfutter.
Wir liefen alle Wege ab, das sind eine Menge, weil die Fälle sich über 2Km erstrecken und übrigens bis zu 82m tief sind.
Die Geräuschkulisse ist enorm. So viel Wasser macht Krach.
Dann ging es mit dem Auto über die Grenze nach Brasilien (🇧🇷 yeeeha! Noch ein südamerikanisches Land 😁) in den dortigen Nationalpark.
Wir liefen ein wenig, dann haben einige von uns eine Bootsfahrt gemacht und das, meine Lieben, war der Kracher, Reisehighlight Nummer 1!
Zunächst sperrten Bernhard aus Wien, die sehr nette Bekanntschaft des Tages, und ich unsere Sachen samt Schuhen und Socken in einen bewachten Spind. Miete: 3,40€.
Über eine steile Rampenbahn in offenen alten hölzernen Kabinen mit Bänken ging es barfuß hinunter zu den Speedbooten und vom Anleger flussauf zu den Fällen über richtig stark strudelnde, hohe Stromschnellen und Stufen im Wasser, die laut Antonio etwa bis zu 2m hoch waren.
Das war ein unglaublicher Spaß, so etwas hatte ich noch nicht.
Nachdem wir die Stromschnellen passiert hatten fuhren wir in die Fälle (nicht den Teufelsschlund, das wäre zu gefährlich) und natürlich war ich bis auf die Unterhose nass. Das wurde mehrfach wiederholt.
Triefend und etwas frierend fuhren wir zurück. Die Fotos sind von Bernhard, sein Handy war halbwegs wasserdicht.
Solltet Ihr jemals bei diesen Wasserfällen sein, macht diese Tour von Brasilien aus!
Das hat 61€ gekostet und war jeden Cent wert.
Das ist noch mal eine andere Nummer als die Niagara- oder Vicroria-Fälle, dies hier ist eher die Mutter der Wasserfälle.
Online kann man den aktuellen Wasser-Fall einsehen. Morgens waren es 1 Million 600.000 Liter in der Sekunde.
Alter Schwede!
Über den Wasserflächen kreisten größere Vögel, laut Antonio Geier.
Eine Menge Schwalben jagten durch die Gischt und flogen auch durch das Wasser, anscheinend hatten sie in dem Moos das auf manchen Felsen wucherte ihre Nester.
Wir fuhren zu einem letzten Weg, liefen die Aussichtspunkte ab, die teilweise wirklich spektakuläre Blicke bieten, im Anschluss ging es zurück.
Zehn Stunden, viele Eindrücke und Bilder.
Nachdem ich eine trockene Hose angezogen hatte ging ich zu einem anderen von meinem Host empfohlenen Restaurant.
Da wäre ich beim Vorbeigehen nicht reingegangen, allein wegen der Musik, aber mein Kellner Julio war unglaublich nett, das Steak (großzügig gewogene 250g) bekam ich medium (!), es war köstlich, dazu lediglich ein Tomatensalat mit Zwiebeln, frischem Zitronensaft und Olivenöl, eine frische Salsa und eine köstliche Knoblauchsauce sowie Chimichurri.
Obwohl kein offener Weißwein angeboten wurde bekam ich ein sehr gutes Glas, nachdem ich klar machen konnte, dass ich den angepriesenen Malbec sehr gerne trinken würde, aber Tannin-Allergie bedingt nicht kann. Land der Rotweintrinker.
Aber eben auch Land des meist sehr bemühten und bemerkenswerten Services.
All das hat 22€ gekostet.
Ich bemerke aber auch immer wieder, dass, wenn es gut ist und man seine Zufriedenheit und seinen Genuss mitteilt, die Leute auch Spaß haben und einem noch mehr Freude bereiten wollen.
Argentinier lieben Eis. An jeder Ecke locken Eisdielen mit dem Schriftzug „Helados“. Ich liebe Eis. Süßes ist ansonsten nicht sooo mein Ding, aber Eis? O là là. Heute gab es also endlich Eis zum Nachtisch. Eine Kugel Banana con Dulce de Leche, eine Yoghurt Passionsfrucht, eine Erdbeere. Die Kugel auf dem i eines tollen Lebenstages.
Morgen beginnt dann schon das nächste Abenteuer 😎
- Charlotte Tina

- 13. Sept. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Sept. 2025
Donnerstag, 11. September
Stella und Bobby traf ich um 9:00 in der Lobby, wir liefen ein Stück nach Norden bis zum Park der nach General Jose de San Martín benannt ist, welcher 1812 Argentiniens Revolution gegen die spanische Herrschaft anführte, und dort zu dem Mahnmal zum Gedenken an die im bei uns als Falklandkrieg bekannten Ereignis Gefallenen. Ist das jetzt grammatikalisch richtig? 🤔
Das waren alles Kinder 😔 Junge Männer zwischen 18 und 25 ohne Ausbildung zum Krieg, ohne Ausrüstung, die in den Tod geschickt wurden, tragisch.
Auf der anderen Seite Maggie Thatcher, die eine Wahl zu gewinnen hatte und innenpolitisch vor einem Desaster stand.
Ich war zu der Zeit 11/12 Jahre alt, aber ich erinnere mich erstaunlicherweise noch vage an diesen Krieg um eine unwirtliche, nahezu unbewohnte Inselgruppe (es ging auch um Südgeorgien und die Sandwichinseln), die für England strategischen, für Argentinien emotionalen Nutzen hatte, aber auch die damalige Militärjunta brauchte einen „Sieg“. Wirtschaftlich stellten die Inseln einen Gewinn dar, die Bewohner selbst wollten übrigens britisch bleiben.
Die ganze Geschichte ist äußerst komplex und beginnt im frühen 18. Jahrhundert.
In der Wikipedia findet sich ein interessanter und informativer Artikel dazu.
Hier reagieren die Menschen verschnupft, wenn man Falklandinseln sagt, sie heißen hier Islas Malvinas, sind selbstverwaltet, stehen aber unter britischem Protektorat.
Auch der ehemals englische Turm gegenüber vom Park, der ein Geschenk Englands war und dessen Uhr eine kleine Nachbildung von Big Ben ist, wurde umbenannt.
Einen Teil dieser Geschichte erzählte mir Stella, die mich zu 10:00 zu meinem Termin zu einer E-Roller Stadtrundfahrt begleitete.
Ich war die einzige Teilnehmerin und hatte in Chris einen klasse Führer, der sich kenntnisreich, interessant und in gutem Englisch zu allen geschichtlichen, politischen, gesellschaftlichen und anderen aufkommenden Fragen äußern konnte und durchaus stolz auf sein Land ist.
Wir waren 4,5h unterwegs und redeten quasi ununterbrochen.
Wir fuhren zur grünen Lunge der Stadt, dem ehemaligen Hafen Puerto Madero, heute ein großes Naturschutzgebiet.
Dann standen einige Punkte auf dem Plan, die ich gestern schon gesehen hatte, aber nun bekam ich inhaltlichen Input dazu. Chris hatte, unvermeidlich, Mate dabei, heißes Wasser und die nette Tasche mit dem Strohhalm.
Ich mag das nicht, aber probierte es natürlich trotzdem, hätte ja anders sein können und war eine Frage der Höflichkeit.
Ich hatte mittlerweile großen Hunger und holte mir als Frühstückshappen einen Hot Dog, der hier gern mit Chips darauf gegessen wird (wie bei uns Röstzwiebeln).
Der Obelisk (das sind Bauten, die ich absolut uninteressant finde, kann mir jemand deren Reiz darlegen?) markiert die Stelle, an der die erste argentinische Flagge in den Boden gesteckt worden sein soll.
Aus der Ferne sahen wir eine große Favela, kein Ort für Touris wurde mir mehrfach gesagt. Auch kein Ort für Einheimische.
Im Park neben der juristischen Fakultät, einem beeindruckenden neoklassizistischen Gebäude, packte Chris eine kleine Flasche Fernet Branca und Cola aus und eine Thermoskanne mit Eis. Fernet Cola ist das Getränk neben Mate.
Und ich kann sagen, nach dem sechsten oder siebten skeptisch genommenen Schluck begann ich zu verstehen.
Das ist so beliebt hier seit Jahrzehnten, dass das Mutterschiff neben dem Standort in Mailand einen weiteren in Argentinien gebaut hat, dem größten Abnehmer, hier wird mehr verkauft als im Heimatland.
Es gibt dafür natürlich ein besonderes Glas, welches laut Chris die meisten Haushalte im Schrank stehen haben. In meiner Unterkunft steht, natürlich, auch ein Mate-Becher.
Chris verdeutlichte mir, wie wichtig Mate und Fernet sind im Sozialleben der Argentinier.
Beide Getränke werden immer geteilt. Ein Becher Mate macht beispielsweise selbstverständlich die Runde (mit dem einen Strohhalm durch den alle trinken) in der Uni oder auch im Bus oder der U-Bahn. Ich habe das jetzt auch schon oft gesehen, wie im Park ein Becher rumgeht, in Geschäften unter den Kassierern, einfach überall. Ein Glas Fernet Cola macht auf einer Party die Runde.
Und tatsächlich trinken so gegebenenfalls sehr viele Leute aus dem gleichen Gefäß und Fremde füllen aus der fast schon obligatorischen Thermoskanne mit heißem Wasser den Becher Tee immer wieder auf.
Das Teilen an sich ist wichtig und so kommen Leute auch ins Gespräch.
Den Strohhalm spülen zu wollen oder den Rand des Gefäßes abzuwischen gilt als ausgesprochen unhöflich und brüskierend. Grundsätzlich freundlich abzulehnen ist aber kein Problem.
Chris berichtete mir auch, wie unglaublich und ernsthaft abergläubisch viele Argentinier sind.
Wenn zB eine Verabredung ansteht, sich zu treffen um Fussball im Fernsehen zu sehen und man hat eine Jeans an und ein grünes Shirt und bringt Empanadas mit Huhn mit und die Mannschaft des Vertrauens gewinnt das wichtige Spiel, dann muss man für den Rest des Lebens in dieser Jeans, dem grünen Shirt und genau diesen Empanadas zu Spielen kommen. Und das hat er nicht wirklich mit Augenzwinkern erzählt.
In dem Park waren auch viele Töpfervögel (oder auch Rostvögel) unterwegs, die auf den 1.000 Peso-Scheinen abgebildeten hübschen National-Vögel.
Ich schaffte es gerade noch vor 15:00 in das Restaurant in einem ehemaligen Konvent, das Stella mir gestern empfohlen hatte.
Hier bestellte ich mein erstes Steak und musste feststellen, dass es das in Argentinien (ich habe nachgelesen, das ist hier einfach so) nicht medium gibt.
Der Kellner schaute völlig verständnislos und als er erfasst hatte, was ich wollte, bedeutete er mir dass das nicht möglich sei. Ausgeschlossen.
Standard ist well done, im Zweifel bekommt man es auf Wunsch blutig, aber nichts dazwischen. Schräg. Es war geschmacklich fein, aber eher zäh.
Pommes werden hier anscheinend gerne weich serviert. Das werde ich in Zukunft sicher meiden.
Als Dessert probierte ich einen Flan mit Dulce de Leche, das war schon sehr üppig.
Alles gut, ich bin in der Ausprobieren-Phase und freue mich schon wieder auf meine Salate, sobald ich mit dem Auto unterwegs bin.
Nichtsdestotrotz waren die Atmosphäre und das Ambiente ganz wunderbar.
E-Roller zu fahren war übrigens lustig, mein erstes Mal.
Freitag, 12. September
Morgens stiefelten wir zur Gassi-Runde los, Stella zeigte mir eine Straße mit netten Galerien und einen Blumenladen, in dessen Keller ziemlich versteckt und unbeschildert eine Bar ist; das hatte einen gewissen Speakeasy-Charakter. Leider war sie natürlich morgens noch nicht geöffnet.
Ich kam auch an einem Laden vorbei der sich das Lebensgefühl für den Gaucho von Welt versilbern ließ. Edles Zubehör, Schuhe
und Kleidung für den anspruchsvollen Mann mit Pferd/Kuh. Später fielen mir weitaus mehr Läden mit solch einem Sortiment auf.
Zum Frühstück probierte ich eine Art Croissant Monsieur.
Ebenso wie Pommes werden Croissants hier sehr weich bevorzugt und sind ziemlich süß. Das hat eher was von Milchbrötchen. Die werden belegt mit Schinken, Käse und Tomate. Nicht mein Fall diese Kombination aus süß, labberig weich und herzhaft. Aber eine wunderschöne Bäckerei.
Positive Feststellung nach drei Tagen: die Argentinier sind verfressen und Süßschnäbel.
Stella musste mit Bobby zurück, ich lief zum Friedhof Recoleta.
Der ist nicht nur berühmt weil er eine kleine Totenstadt ist, sondern weil hier auch viele Berühmtheiten bestattet sind, auch Eva Duarte de Perón, die im Land verehrte Schauspielerin und Präsidentengattin.
Dieses Gelände ist ziemlich groß, manche Mausoleen sind neu, sauber und modern, andere sehr alt und schon fast zerfallen, dabei oft anrührend.
Manche haben eine ganz unwirkliche Aura, wie Filmrequisiten.
Einige sind ganz individuell gestaltet, bei anderen wiederholen sich Elemente („möchten Sie das Modell Buntglasfenster mit Jupp?“).
In vielen sieht man eine Treppe, die offenbar in einen kleinen (?) Keller führt-gruselig!
Die jüngste hölzerne Urne in Form einer
kleinen Kiste die ich erspäht habe war von Mitte des Jahres, also schaffen es ganz ehrgeizige oder reiche oder wichtige immer noch dort hin.
Ich habe zum ersten Mal Eintritt für einen Friedhof bezahlt, 20.100ARS, heute 12,69€.
Zurück ließ ich mich treiben, trank einen Kaffee und dann hatte ich in den letzten Tagen viele kleine Restaurants gesehen, die nur mittags mit einem sehr großen und immer appetitlich aussehenden Buffet öffneten, fast immer nur zum Mitnehmen.
Ein solches Lokal lockte mich mittags, ich orientierte mich an der asiatischen Ecke und obwohl es kalt war (anscheinend dazu gedacht, auf Arbeit in die Mikrowelle gestellt zu werden) war es bislang das leckerste Essen und zudem das günstigste. Es nicht rasend viel, aber ich wurde satt, die knapp 300g kosteten 2,84€.
Ein Frappuccino bei Starbucks hingegen 5,43€. Die Preise hier sind schwer zu verstehen.
Die Männer in dieser Gegend sind größtenteils so angenehm, was für eine wunderbare Abwechslung!
Hier knallt einem keiner die Tür vor der Nase zu oder versucht, sich vorzudrängeln, höchstens, um mir die Tür aufzuhalten. Die sind hier chevaleresk, aufmerksam und höflich. Einer lief mir versehentlich vor die Füße, nichts passiert, der war aber völlig aufgelöst und entschuldigte sich drei Mal. Ich liebe es.
Es gibt viele Hundeausführer in der Stadt, manche sind mit 15 Tieren unterwegs, das ist für die (Hunde) ganz sicher keine Freude.
Aber alle Hunde die mir begegnen sind freundliche, unfassbar verfressene, hochprofessionelle Bettler
und vollkommen desinteressiert an dem, was ihr Mensch sagt. Die laufen auch meistens alleine durch die Gegend und wirken sehr geschäftig und selbstständig.
Die meisten Leute auf der Straße lächeln die zahlreichen Tiere an, sehr sympathisch.
Was noch auffällt sind die vielen orange-weißen Schulbusse, die morgens und ab mittags das Stadtbild mit prägen.
Es gibt einige Geschäfte, die Thermoskannen anbieten, Thermos Matebecher und anderes stylisches Zubehör. Klar, der Markt ist ja da.
In den Vierteln der Innenstadt gibt es zahllose tolle Läden mit Mid Century- und auch Art Deco-Möbeln und -Lampen, ich könnte mich dusslig kaufen. So schöne Sachen auf einem Haufen in so gutem Zustand, haaaaben wollen!!!
Übrigens habe ich mich hier noch nicht ein Mal unsicher gefühlt oder bedroht oder was auch immer. Die „Bedrohungslage“ ist gefühlt ähnlich wie in Berlin, es gibt Ecken mit extrem aufdringlichen Bettlern, Verkäufern, unangenehmen Drogenabhängigen, ansonsten schleiche ich aber auch zu Hause nicht ängstlich durch die Gegend, also das Gerede von wegen mutig sein und so ist wirklich übertrieben (ich klopfe in diesem Land wohl besser auf Holz🤣).
Kein vernünftiger Mensch wird an einem Touri-Hotspot in der Menge sein Portemonnaie aus der ungesicherten Hosentasche ziehen und offen die Hunderter durchzählen, hm?
Zudem machen die meisten Leute hier weniger den Eindruck von Wegguckern als in Deutschland. Hier wird älteren und oder behinderten Menschen in der Öffentlichkeit geholfen, es wird Platz angeboten, stehen geblieben und geguckt, ob jemand Hilfe benötigt, unaufdringlich und geduldig.
Das habe ich in nur drei Tagen schon mehrfach beobachtet, auch bei Stella.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich ein solch normales und gesundes Sozialverhalten von Deutschen das letzte Mal in Berlin erlebt habe. Wenn, dann von türkisch- oder arabisch-stämmigen Menschen.
Auf dem Balkon machte ich wieder Kaffeepause, dann wechselte ich noch Geld. Dafür googelte ich nach einer Wechselstube mit sehr guten Bewertungen und bekam dort für den Euro 1.689ARS, also 109 mehr als gestern. Auf 150€ immerhin für gute 10€ mehr als zuvor, als ich nur 50€ gewechselt hatte um erst mal zu schauen wie das so läuft hier mit dem „blauen Dollar“.
Für die Abendvorstellung hatte ich mir für ein Konzert (Haydn und Bruckner) der Philharmoniker von Buenos Aires im Teatro Colón vorab schon ein Ticket gekauft.
Die Oper ist auf der Liste der renommiertesten Häusern an achter Stelle weltweit.
Ein schönes Konzert, besonders Bruckner gefiel mir, für mein Dafürhalten haben die hervorragend gespielt und ich habe zum ersten Mal eine Frau auf dem Dirigentenpult gesehen.
Das Haus selbst ist beeindruckend. Der Saal ist groß und prachtvoll und hat eine sehr schöne Akustik.
Ich schlenderte durch die Frühlingsnacht zurück und überlegte, was ich im (nur) Handgepäck mitnehme.
Morgen dann ein erster Ortswechsel 😎































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































