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  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 4. Apr. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Sept. 2025

Sonntag

Adieu, Te Anau! Ich hatte gar keine Lust, Auto zu fahren, aber es kann ja niemand übernehmen. Also 270Km nach Norden, an Queenstown vorbei, dem Lake Wakatipu, dem Lake Hayes, über Wānaka, Lake Wānaka und Lake Hawea bis Wonderland Makarora. In manchen Gebieten hat der Herbst schon Einzug gehalten. Es gibt Apps, die aus Fotos Bilder machen die sie wie Miniaturen aussehen lassen, wie eine perfekte Spielzeugwelt (Tilt Shift). In Neuseeland sehen ganz viele Regionen so aus, als hätte jemand vor dem Fotografieren den Filter eingesetzt. Ich glaube, deshalb hat das iPhone auch Probleme, wenn die Natur so überperfekt (schau an, ein Superlativ wird noch überhöht, ts ts ts, schlechter Stil) aussieht. Dann bekommt der schöner machen-Filter einen Infarkt, wie bei den Bäumen im Herbstgewand, die unwirklich perfekt aussahen.

Auch in den Cafés am Straßenrand brennen heimelige Holzfeuer in den Öfen.

Ich bin bekanntlich eine Freundin der Meere und Küsten, aber in Neuseeland finde ich das Landesinnere etwas attraktiver. Das liegt auch an den tollen Blautönen der Seen und Flüsse, die einfach wunderschön aussehen. Baden ist hier irgendwie nicht so verbreitet. Als ich gestern in den Lake Te Anau gegangen bin, hatte Bob mich völlig entgeistert angesehen. Ich sehe nirgends Leute baden, es gibt auch keine guten Zugänge zu den Gewässern.

Nachdem ich mein "Chalet" auf dem Campingplatz bezogen hatte, machte ich mir Mittagessen. Es gab endlich mal die Grünschalenmuscheln, die riesig sind und lecker. Ich habe Ken aus Australien, der mit seiner Frau Nancy bei einem Kongress war und die jetzt spontan etwas hier im Land reisen, vier abgegeben; das entspricht etwa einem kleinen Steak😂Meine genoss ich mit Blick auf die Berge.

Dann fuhr ich noch 9Km weiter zu den Blue Pools. Das war als netter Spaziergang von 10min angegeben. War auch ein netter Spaziergang, aber 3Km. Toll waren die Hängebrücken und der reißende Fluss. Aber weder Becken noch Blau waren zu sehen, dafür hatte es zu viel geregnet.

Nicht toll beide Füße, Hüften, Rücken. Miaou.

Da auch hier über Ostern gereist wird, habe ich bis zum 8. April vorgeplant und -gebucht. Sehr viele Unterkünfte waren schon ausgebucht, die ich ins Auge gefasst hatte. Weiter planen kann ich nicht, weil Europcar nicht antwortet und ich ggf. das Auto (das, das in Wellington steht) innerhalb von 1,5 Tagen zurück nach Auckland fahren muss.


Grundsätzlich würde ich empfehlen, mindestens drei Wochen für die schönere und interessantere Südinsel einzuplanen. Ich habe 12,5 Tage und bin nur am Fahren. Außerdem schaffe ich nicht alles, was ich gern machen wollte: reiten fällt flach und der Abel Tasman Nationalpark. Und einfach mal drei Tage in die Gegend starren hätte ich auch dufte gefunden. Und der Highway 6 ist so schön, dass man ihn in kleinen Etappen fahren sollte.


Montag

Ich hatte 330Km vor mir, definitiv zu viel. Tolle Landschaft beidseitig, wahnsinnig große Flussbetten, Laub-, Nadelbäume, Palmen, Farne säumen dicht die Straße. Sehr beeindruckend und schön.

Plötzlich war der Ozean vor mir, weiter ging es über Lake Paringa.

Am Fox Glacier saß ich und bewunderte die Gletscherzunge aus der Ferne vom Lookout aus.

Als ich am Franz Josef Glacier ankam, bemühte ich mich spontan um einen Helikopterflug und tatsächlich war 45min später noch der eine Platz des Tages frei. Es war unglaublich. Ich hatte Angst, aber die sich bietenden Anblicke waren einfach ganz neu für mich. Der Pilot flog den Franz Josef Glacier hoch und dann alle benachbarten Gletscher ab, und das sind einige. Eigentlich sollte das 25min dauern für 295NZ$/175€, aber es waren um die 40min. Wir landeten auf einem geschützten Plateau und plötzlich stand ich im Schnee auf einem Gletscher, verrückt 🤩Wir sahen den Aoraki/Mount Cook, der mit 3.724m der höchste Berg Neuseelands ist. Es gibt drei Gletscher auf der Welt, die in einen Regenwald münden; diese beiden und einer in Argentinien.

Das war nun alles nur Geröll, Gestein, Eis, Schnee und trotzdem unglaublich beeindruckend.

Ich habe einen Haufen Fotos und Videos gemacht, die Auswahl hierfür fiel mir schwer, deshalb ein bisschen zu viel 🤷‍♀️Wer gern alle Videos sehen möchte, möge sich melden. Die Mieze wohnte am Heliport und der war der Lärm völlig schnuppe.


Dann genoss ich die letzten 100Km, die Strecke war einfach wunderschön.

In Ross hatte ich eine Unterkunft in einem Holiday Park gemietet, die entpuppte sich als Container am Strand. Erstaunlich gemütlich, aber definitiv nicht für mehr als eine Nacht geeignet.


Der kleine Laden im Ort war entsetzlich sortiert. Wäre ich nur 80Km vorher in den letzten Supermarkt gegangen! Fertigdreck, Tiefkühlkost und ein bedauernswertes Häuflein Obst und Gemüse im Kühlschrank, das man besser von seinem Elend erlöst hätte. Fokus auf das, was in einer besseren Welt ein Blumenkohl wäre:

Ich fuhr also zum Pub des Ortes, wo es Burger gab oder Burger mit Pommes oder Pommes.

Nach dem sättigenden Mahl erlaubte ich mir noch ein Eis zum Sonnenuntergang am Strand, wo ich auch meine neuen Freunde aus dem Supermarkt traf, allerdings unbewohnt.


Am Dienstag verabschiedete ich mich leider von der Westküste und fuhr über den Highway 7 den Lewis Pass. Auch sehr schön. Mein Ziel war Hammer Springs und auch dort wieder ein Blechbungalow auf einem Campingplatz.

Die langweilig anmutenden Fotos der Kleinstadt sollen nur einen Eindruck vermitteln, wie hier eine Kleinstadt aussieht. Flach. Unspektakulär. Dies hier ist Reefton, wo ich eine nette Kaffeepause gemacht habe.

Auf den Straßen sind erstaunlich viele LKWs unterwegs mit Schwerlast oder Übergröße. Vorweg und hinterher fahren Pilotfahrzeuge, die andere Verkehrsteilnehmer warnen.

Im örtlichen Supermarkt erstand ich zwei Steaks, die sich als mit die besten entpuppten, die ich je aß.

Hier gibt es fast überall BBQ-Einrichtungen, also Gasgrills bei Hütten, auf Campingplätzen, öffentlich. Es war formidabel.


Europcar hat geschrieben. Sie wollen zusätzlich 2.500$ für neun Tage mehr. Vor knapp zwei Wochen hatten sie mir knapp 500$ genannt. Das ist ein Albtraum mit denen. Ich werde versuchen, den Flug erneut umzubuchen und hier schnell zu verschwinden, es macht mir mit denen im Nacken wirklich keinen Spaß mehr. Über 30 Mails! Das ist wirklich stressig mit allen Konsequenzen.


Nun bin ich rechtschaffen müde und verabschiede mich. Morgen wird ein aufregender Tag !


Nachtrag, das glaubt einem doch kein Mensch! Nachdem ich also 2.500$ mehr zahlen sollte für neun Tage, hatte ich ziiiemlich sauer zurück geschrieben:


Hi xx,

No. You told me on the phone that the price for the extended days would be around 53NZ$ per day. I have a witness who also heard this over the loudspeaker.

Regards


Als Antwort kam gerade:


Dear Charlotte,

Thank you for your response.

I'm sorry for the confusion.

Upon checking here, the reservation number xxxxxxx is already been extended until 20/04/2023 at 17:00 Your total cost for 30 days is 1897.50 NZD excluding the bond of 200 NZD. 

Thank you.

Regards, 


Was bedeuten würde, dass ich jetzt nur noch 186,50$ zahlen soll für diese neun Tage. Etwas dermaßen Unprofessionelles habe ich, glaube ich, noch nicht erlebt. Oder wenn, müsste ich sehr intensiv nachdenken. Vielleicht mein letzter Arbeitgeber🤣

 
 
 
  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 1. Apr. 2023
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Apr. 2023

Unter Euch sind anscheinend weder Freunde von Shakespeares Sonetten noch meiner Kochfähigkeiten 🤔 Letzteres gibt mir zu denken.


Samstag

Nach einem perfekt pochierten Ei ging es weiter Richtung Berge und Westküste. In Bluff musste ich aber doch noch ein paar Bilder fotografieren.

In Te Anau checkte ich ein, fütterte die Lamas aus der Hand mit Birnen, schnappte mir ein Rad und fuhr zum See. Unglaublich. So schön. In einer Stunde begegnete ich zwei Menschen und einer sehr glücklichen Hündin.

Dann weiter zur Bücherei, die Nutzung eines Computers ist strikt auf 30min begrenzt pro Tag, das war zu wenig für die Einrichtung des Blogs auch in Englisch.

Zurück, Wäsche waschen und wieder mit dem Rad zum See und hinein.

Ziemlich praktisch, wenngleich vermutlich wenig nachhaltig, sind die großen Boiler, die in vielen Unterkünften in den Küchen zu finden sind. Aus ihnen kann man sich jederzeit kochend heißes Wasser für z.B. Tee zapfen.

Angenehme Temperatur, aber größere glitschige Steine und sehr flach, ich kam nicht weit. Trotzdem! Ich war im Lake Te Anau!

Und dann saß ich und starrte das alles nur an eine gute Stunde und da war sonst niemand.

Zurück, machte ich einen Salat und teilte mit David, einem pensionierten Auckländer, der sich für den Schutz der Tierwelt engagiert.


Am Sonntag, 1. April, fuhr ich in schwärzester Finsternis um 7:15 los. Bis zum Milford Sound im Nationalpark Fiordland sind es 120Km. Auf dem Weg bekam ich einen richtig guten Cappuccino. Als ich den Wagen sah, miauste ich natürlich sofort anhalten. Um 9:45 war ich da und um 10:30 auf dem Boot. Wirklich schön da. Wie Norwegen mit einem Touch Exotik am Ufer.

Der Fjord ist 13Km lang und 300m tief, wir fuhren bis aufs offene Meer mit reichlich Wellengang. Sooo viel regnete es gar nicht😂

Auf einem Felsen schlief eine Baby-Robbe.

Ich lernte Jason aus San Francisco kennen der einen guten Tip für die Galapagosinseln hatte und der in Berlin vor allem Schöneberg erinnert, weil er da die schwule Subkultur so klasse findet. Alle finden Berlin toll, ich kapiers nicht.

Der Schiffsführer fuhr erstaunlich nah an die Felswände ran und sehr nah an/fast unter einen Wasserfall.

Ziemlich durchweicht fuhr ich zurück und erholte mich bei Tee, Spinattortellini mit Sauce Alfredo, Blog, lesen, Lamas, Veranda.

David hat netterweise während ich weg war bei Europcar angerufen und sich auch die Zähne ausgebissen.


Morgen geht es weiter über Queestown in die Berge, dann ein Stück an der Westküste hoch, und dann, Planänderung, über den Lewispass zurück nach Kaikoura. Ich will Pottwal!


Am 30.3. habe ich geguckt, wo ich am 8.4. in Picton vor der Fährfahrt schlafen kann. Es gibt nichts mehr außer einer Unterkunft für 350€ oder einem Etagenbett in einem 4er-Schlafsaal. Für 16€. Wahnsinn. Ich hab das Backpacker-Hotel reserviert. Da ich am Tag vorher aus gegebenem Anlass auf den Putz hauen will, wird das ein ordentliches Kontrastprogramm.


So, nun lese ich noch etwas, warte darauf, dass die Scheite im Kamin angemacht werden und werde früh ins Bett gehen, war schön, aber auch anstrengend heute.


 
 
 
  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 30. März 2023
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Feb. 2025

Dienstag, 28. März

Diese Familie bei der ich im B&B war, war schon sehr nett und gesprächig. Bislang habe ich zusammengenommen nicht so viel Englisch gesprochen wie mit denen und es war interessant. Sie haben auch von dem Erdbeben 2006 in Christchurch erzählt und Fotos gezeigt; so etwas ist für mich gar nicht vorstellbar. Die tektonische Verschiebung hat 2 Meter hohe Absätze in der Landschaft bewirkt. Also stellt Euch eine Wiese vor und in einer relativ geraden Linie ist das riesige Stück Land vor Euch 2 Meter höher. Ihr schaut auf eine Wand aus Erde. Ich hab das gesehen und finde es trotzdem schwer vorstellbar.

Ich verabschiedete mich, auch von den Hunden Fat Bob und Bronson (die so hyperaktiv sind, dass ein Foto kaum möglich war) und den anderen Tieren.


Ich wollte, und das wird langsam ein sich bemerkenswert verweigerndes Vorhaben, eine Whale Watching Tour machen, weil hier ganzjährig massenhaft Pottwale unterwegs sind und auch leben. Die Objekte meiner Begierde. Sozusagen. Das Wetter morgens war strahlend schön, eine Stunde später grau und Nieselregen, noch eine Stunde später starker Wind, der 7Bft erreichen sollte, und heftiger Regen. 6 Grad. Cancelled. Klar. Dann dachte ich, machste halt nen Flug, aber die beiden Anbieter hatten dicht gemacht für den Tag. Also habe ich ein paar Kilometer gefressen.

Und, Thema amerikanisches Fernsehen, am Nachmittag kehrte ich in Ashburton erstmals in einem Motel ein, stand auch auf der Liste. Manchmal sind es seltsame Dinge, die erlöst werden wollen.

Zu Essen gab es eine Convenience Blumenkohl Cheddar-Suppe mit diesen leckeren geräucherten Muscheln als Einlage. Mjam.


Ich buchte bis Te Anau Unterkünfte, damit ich nicht jeden Tag den Stress habe. Im Milford Sound gibt es nur eine Unterkunft und nur eine Straße führt über 118Km hin und zurück von Te Anau aus. Da habe ich zwei Nächte in einem Zimmer für mich in einem sehr gut bewerteten Backpacker-Hostel gebucht. Das sah viel ansprechender aus und war besser bewertet als die teuren Hotels. An dem Tag dazwischen fahre ich zum Milford Sound und mache eine Bootsfahrt über 2h, auch schon in Sack und Tüten.

Ratet, welcher Tag das ist, für den ich gebucht habe! Genau😉 Ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben schon mal 36,2mm Niederschlag erlebt habe. Spannend😬 Früher kann ich nicht hin ( wenn ich morgen hinführe, müsste ich vor der Tour 5h durchfahren und danach 2h zurück. Puuuh, nee, alleine ist mir das zu fett.

Für alle buchbaren Aktivitäten: ich denke, wer in der Saison kommt, sollte gut planen und vorab buchen, was er machen will. Auch Mietwagen werden rar.


Mittwoch

Nachdem es die Nacht über abwechselnd geregnet oder gehagelt hatte, ging es fast den ganzen Tag so weiter. Kein Wetter, bei dem man gern draußen ist. Also wieder nur gefahren. Der State Highway 1 führt teilweise direkt am Ozean entlang, diese Abschnitte sind wunderschön und machen besonders Spaß.

Seit gestern schmerzt aus unerfindlichen Gründen ein Fuß, ich kann kaum noch auftreten.

In Oamaru, der Hauptstadt des Steampunk (interessiert mich so gar nicht, sonst wäre das bestimmt lustig) auf halbem Weg nach Dunedin, wollte ich zum Arzt. Wurde zu kompliziert, wird schon von allein besser. Der zweite Grund zum Anhalten war eine felsige Küste, an der viele Pinguine sein sollen. Es stellte sich heraus, dass die immer erst abends nach der Jagd kommen, aber einige Seelöwen lagen faul in der für 20min hervorgekommenen Sonne und erfreuten mein Gemüt. Achtung, Suchbilder.

Dann weiter.

Im B ohne B um die Ecke vom Brighton Beach (64€ Last Minute)

machte ich erstmal einen Salat und lernte die beste aller Methoden, Bacon zu machen: zwischen einlagiges Küchenpapier, 3min in die Mikrowelle. Perfekt! Fast alles Fett ist raus und das Ergebnis super knusprig. Dazu Tomaten, Avocado, Champignon, Paprika, rote Zwiebel, Knoblauch, Balsamico-Creme, ein Hauch Olivenöl, Apfel. So! gut 🤤 Je ein Hauch Rosmarinpaste und ganz wenig frisches zerrissenes Basilikum und ein paar Tropfen Honig noch, dann.... Aber für unterwegs ohne Balu schon nicht verkehrt.

Der Regen hatte aufgehört, die Sonne kam raus. Ich hatte Hummeln im Hintern, die mich zum Strand trieben und dort humpelte ich im herrlichsten Panorama über den Sand und durch das ziemlich frische Wasser.

Auch hier wird über ein isn't it amazing?! oder it's freezing cold, Darling, isn't it?! zu gern ein Pläuschchen gesucht.

Der Abend war perfekt für eine Haarkur und ein bisschen Lektüre.

Und, das Thema ist ja noch laaaange nicht durch, Mails mit Europcar und mit Bluebridge Ferries; wegen Europcar. Wie einem ein Mietwagenanbieter den Urlaub madig machen kann.....

Übrigens habe ich heute für 300Km 5,5h gebraucht. Zwar habe ich angehalten für eine kleine Chicken-Pie zum Frühstück, einige Male Fotos machen, Beine vertreten und so, aber die Höchstgeschwindigkeit ist 100 (die Leute halten sich überwiegend an die Begrenzungen, das ist so viel entspannter!), der Highway führt durch Ortschaften und dann ist man viel langsamer, und es gibt wirklich viele Baustellen und meist wird die Strecke dann kurz einspurig. Immer gut organisiert, aber schluckt halt Zeit.

Und (@Britta😉) zum Thema öffentliche Toiletten: ein Traum! Es gibt sehr viele, ich habe noch nicht eine erlebt, bei der ich dachte, irks. Es ist immer Toilettenpapier da, das Licht funktioniert. Sie sind immer kostenlos. Ich liebe es 😂


How are you?! erwartet in Neuseeland übrigens im Gegensatz zu anderen Ländern eine Antwort! Das musste ich erst mal mitbekommen. Wenn man nicht antwortet, ist das echt unhöflich! Ich hab aber nicht lange gebraucht. Die Leute werden flugs sehr reserviert, wenn man nur mit hello antwortet. Und sie bezeichnen sich selbst als Kiwis.


Donnerstag

Auf nach Bluff! Den südlichsten Ort des Neuseeländischen Festlandes, bekannt für seine Austern 🦪 und den Stirling Point. Und seine Austern. Mehr ist da wohl nicht raus zu holen.

Obwohl! Doch. Hier gibt es einen Haufen wirklich guter Street Art. Leider kann ich die nicht ablaufen und mit dem Auto alle 20m halten ist auch doof, aber den Steampunkhahn fand ich z.B. wirklich klasse. Ich habe das mal gegoogelt und siehe da, fast alle Bilder sind zu finden. Den Kraken fand ich auch toll, auf einer Fassade an der Hauptstraße.

Aber ich greife vor. Ich fuhr die Southern Scenic Road, machte einen Abstecher nach Nugget Point zum Leuchtturm (leider schaffte ich nur den halben Kilometer hin wegen meines Fußes🙄), schuchtelte durch die Catlins, wo mir aus verschiedenen Gründen die Zeile "(...) rough winds do shake the darling buds of may (...)" samt Subtext durch den Kopf geisterte, und kam am späten Mittag an.

Wer weiß, wen und was ich hier zitiere? Wer das richtig beantwortet, wird von mir zum Essen eingeladen wenn ich wieder da bin. Wahlweise bei mir oder im Restaurant. Einfach über die Kommentarfunktion antworten. Mehrere Eingaben sind möglich, wer am dichtesten dran ist, ist dabei😁 MehrfachgewinnerInnen sind möglich.

Gleich am Ortseingang ist Fowlers, ein sehr berühmter Austern-Imbiss. Sie nahmen nur Cash, also musste ich erst einmal einen ATM finden, dann bestellte ich 12 Austern und panierten Blue Cod (30€). Die Austern waren sehr gut, aber noch viel besser war der panierte Kabeljau. Saftig zartes Fischfilet im dünnsten, knusprigsten und am besten, dezent gesalzenen Teig, den ich je hatte.

Bluff war der erste durch Europäer fest besiedelte Ort des Landes. Es ist ein denkbar unattraktives Städtchen. Allein das Stück am Stirling Point, wo auch das Lands End Hotel steht, ist schön. Ich habe mal unvernünftig gehandelt und liege jetzt beim Schreiben auf dem Bett mit direktem Blick auf den Ozean, untermalt vom Geräusch der anbrandenden Wellen. Wunderschön!


Ich habe die drei Stunden des Nachmittags mit Sonne an verschiedenen Stellen rumlungernd und aufs Wasser starrend verbracht. Dabei unterhielt ich mich mit Chinesen aus Australien die nach den besten Austern gefragt haben. Dann folgte ein nettes Gespräch mit einem Engländer, der letztlich auch fragte ob und wo ich schon Austern hatte. Das ist nun mal das Thema in Bluff, nachdem Walfang es seit knapp 200 Jahren nicht mehr ist.


Auf dem Weg heute habe ich einige aufgelassene (Chemie-)Fabriken gesehen, dazu fiel mir wieder ein, was Fran mir erzählte: Neuseeland produzierte reichlich Agent Orange während des Vietnamkrieges und lieferte es an die USA.

Die Spätfolgen der Erzeugung sind in Form eines bunten Reigens von Mutationen im Umkreis der Fabrik zu finden.


So, nun bin ich gerade noch mal einfüssig zu dem kleinen Leuchtturm gewatschelt und habe dort frugal gepicknickt. Ein kleiner Schluck Wein, etwas Pita und diese Käse.

Der sogenannte Gruyère schmeckte zu 100% wie Emmentaler. Der Cheddar hatte fast gar keinen Geschmack, der Käse mit Räuchergeschmack hatte eine gummiartige Konsistenz aber noch den interessantesten Geschmack. Was habe ich erwartet bei 6€ für 200g?! Man kann nicht immer gewinnen. Dafür hatte ich ein filmreifes Plätzchen.

Habt einen schönen Tag, 18.091Km entfernt!



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