- Charlotte Tina

- 20. März 2023
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. März 2023
Sonntag , 20. März
Morgens habe ich länger mit meinem Bruder Tom telefoniert, dann fuhr ich zu den Wentworth Wasserfällen. Wegen Nebels waren diese zu hören, aber nicht zu sehen. Ich begann die Wanderung hinunter, aber nach 3/4 des Weges wurde es immer steiler und da musste ich leider aufgeben.
Also ging es wieder Richtung Sydney. Zwischendrin merkte ich, dass ich noch kein Frühstück gehabt hatte und hielt an einem Taco Bell, eine Premiere! Zwei Tacos später kann ich sagen, dass es dabei auch bleiben wird.
Zumindest gestärkt fuhr ich zum Featherdale Wildlife Park in meinem unbeirrten Bestreben, Kängurus zu sehen. Wenn ich etwas will...
Auf dem Weg, in Sydney schon, sah ich links auf einer großen Wiese eine große Gruppe Kängurus. Ich fuhr also gleich von dieser vierspurigen Straße ab, kam auf einen Parkplatz, wurde von Männern in Uniform misstrauisch beäugt und dann sah ich, dass die Rasenfläche zu dem Gefängnis gehörte, das ich in meiner Vorfreude gerade entern wollte. Na ja. Wildlife Park also.
Und das war eine wirklich nette Sache. Ich habe Kängurus und Wombats gestreichelt und gefüttert!!!😃🤩
Sie sehen aus wie große Rattenflummis, wenn sie hüpfen 😂
Es gab noch mehr Tiere dort:
Dann habe ich mich günstig am Flughafen eingemietet und den Nachmittag und Abend damit zugebracht, für Neuseeland einen Mietwagen zu finden und zu buchen, eine Fährfahrt schon mal (Neuseeland besteht aus zwei großen Inseln, die Fährverbindung Wellington-Picton dauert 3,5h), die erste Übernachtung, eine neue eSIM.
Das ist allerhand organisatorischer Aufwand. Morgen früh gebe ich das Auto ab, den Trolley auf und schmeiße eine Pille ein und dann ist hoffentlich wieder alles gut. Wir sehen uns auf der anderen Seite!
- Charlotte Tina

- 19. März 2023
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juli 2025
Samstag
Zum ersten Mal habe ich Uber genutzt. Interessant. Die App hatte ich schon zu Hause geladen und hier habe ich mitbekommen, dass es viel genutzt wird, also wollte ich es auch probieren. Es ist super einfach und komfortabel und günstiger als ein Taxi. Zum Flughafen nur 52$.
Falls jemand auf die Idee kommt, in Sydney mal ein Auto mieten zu wollen: macht das nicht bei Europcar am Flughafen. Ich erspare Euch die sehr ärgerliche Geschichte, es sei nur erwähnt, dass es 1h45min gedauert hat, das vorbestellte und vorweg bezahlte, dann zum zweiten Mal falsche Auto zu bekommen. Zur Beruhigung vertilgte ich ein wahnsinnig leckeres, gebratenes Bananenbrot.
Eigentlich eine blöde Idee, am Wochenende in das Naherholungsgebiet einer Großstadt zu fahren. Aber auch interessant.
Ich habe mich jetzt schon vier mal mit Indern unterhalten, die noch gar nicht so lange im Land leben, aber keinesfalls weg wollen. Der Grund, von allen als erstes genannt: Indien sei unerträglich voll mit Menschen.
Aber um zu den Blue Mountains zu kommen: nicht nur Pavel, auch Kirsten fand sie erwähnenswert. Es ist hübsch, aber wart Ihr schon mal in Norwegen oder an der irischen Atlantikküste? 😉
Das Gebiet heißt so, weil der Dunst der vielen Eukalyptusbäume blau aufsteigt. Habe ich leider nicht gesehen. Schön war es am Echo Point, von wo aus man die Felsformation Three Sisters bewundern kann. Allerdings rappelvoll und 1h parken 5€. Dann habe ich das volle Programm gesucht und bin zur Scenic World gefahren. Für 35€ bin ich eine Railway mitgefahren, die eine Steigung/ein Gefälle von 52% bewältigt (auf diesem Weg wurde früher die tiefer abgebaute Kohle transportiert), hoch ging es mit der Cableway, einer Gondel, und über den Abgrund dann noch mit dem Skyway. Auch eine Gondel mit ein paar trüben Plexiglasplatten im Boden.
Abgefahren war die Fahrt mit der Railway, die so steil ist, dass die Sitze speziell konstruiert sind, damit man nicht fällt. Hat auf jeden Fall noch die Peak Tram in Hongkong getoppt.
Das war genug Amüsement und ich fuhr auf die andere Seite des Parks, ein Auge immer auf der Suche nach einem Känguru. Nix.
Man fährt hier eigentlich von einem Nationalpark in den nächsten.
Im Retreat at Wiseman's Ferry hatte ich ein Zimmer auf einem großen Grundstück am Fluss, hatte was.
Sonntag, 19. März
Ein wunderschöner Morgen. Das sah wirklich so traumhaft aus.

Ich fuhr eine gute Stunde am mäandernden Fluss entlang auf einer engen , entsprechend kurvigen Straße. Es tauchten häufig vor Wombats und Kängurus warnende Schilder auf, aber nix. Zum Frühstück fand sich ein winziger Supermarkt, bei dem ich ein Roastbeef-Sandwich erstand, eine Tomate und einen erfreulich leckeren Hähnchenspiess.
In der Gegend gibt es viele Apfelfarmen, und bei Bilpin wird Cider hergestellt, da hielt ich mal an. Köstlich, selten so einen guten getrunken, alkoholfrei natürlich. Eine Flasche mit 4,7% nahm ich mit für abends. Zwei Flaschen 7$ (~4,50€). Hier noch die Karte, damit Ihr seht, was so angeboten wird zu welchen Preisen. Es gab in der Region auch an jeder Ecke Apple Pie, hätte ich rasend gern probiert, aber so viel bekomme ich auch mit viel gutem Willen nicht rein.
Dann fuhr ich nach Jenola, weil da Höhlen zu besichtigen sind und, vor allem, angeblich viele Kängurus. 100km später (und die dauern hier gern gute 2-2,5h) taucht ein Schild auf, dass die Straße gesperrt ist, ha ha. Dann habe ich versucht, von der anderen Seite ran zu kommen. Ich sah mein erstes und einziges (und großes) Känguru, tot am Straßenrand. Ich sah viele Wombats; Matsch auf der Straße. Das tote Känguru hat mich ganz schön mitgenommen. 😔
In Oberon hielt ich auf einen Eiskaffee und eine Lemon Meringue. Die australische Kleinstadt ist so uncharmant, wie ich mir auch das US-amerikanische Pendant vorstelle.
Als ich nach 20min wieder zum 50m entfernten Auto kam, war da ein Strafzettel über 252$ dran. Ich hatte mich vorwärts in die schräge Parkbucht gestellt, das ist verboten. Echt jetzt? Und 252$???? Ich hab eine nette E-Mail geschickt, mal schauen, was passiert.
Ich war ehrlich gesagt ziemlich abgegessen. Australien ist nicht so meins. Mir geht die falsche Freundlichkeit auf den Sender, es ist viel zu heiß, überall liegen tote Tiere an den Straßen, die anderen Viecher sind giftig und noch viele andere Dinge.
Dieses Schild stand in Oberon auf dem Gehweg:
20Km weiter hielt ich mal kurz, da war das nächste Schild, das vor tollwütigen Hunden warnte. Ich habe immer noch mit der starken allergischen Reaktion auf irgendwas im Pazifik zu tun.
Klar, es ist auch schön, ein weites Land, licht. Ins Outback hätte ich ganz gern noch geschnuppert, aber es reicht mir schon. Passt einfach nicht.
Ich suchte länger nach einer Unterkunft und hatte schließlich Glück mit einem Last Minute-Angebot im Mountain Heritage Hotel in Katoomba. Das gefällt mir sehr, hat Charme und (saubere) Patina, einen hübschen und brauchbaren Pool, sehr nettes Personal. 103€.
Während der Suche ploppten in Maps Warnungen vor Buschfeuern auf. Auf meiner Strecke. Was macht man da? Keine Ahnung. Ich bin einfach weiter und habe nichts gesehen.
Da ich in Australien bislang noch nicht essen war, also nicht richtig, wollte ich das heute nachholen. Der sehr nette Concierge empfahl das Avalon als Restaurant mit "contemporary Australian kitchen". Ich reservierte für 18:30 und als ich es betrat, fühlte ich mich seltsam heimisch. Ein ehemaliges Kino! Ha!
Die Karte las sich ansprechend, der mir (natürlich) unbekannte Arneis entpuppte sich als frischer aber harmloser Weißer.
Die Jakobsmuscheln vorweg waren lecker. Gebraten mit wenig Fett, in einem knusprigen Teigkörbchen mit roter Zwiebel, dazu eine leicht scharfe Nektarinensauce. Tolle Kombination und schön saftige Muscheln.
Dann bekam ich das Eye Fillet Steak mit Walnusskruste, Meereettichsauce, frischen Pommes und Pilzen in Johannisbeersauce. Hatte ich wegen der Meereettichsauce gewählt. Auch eine bei uns so nicht zu findende Kombi, wollte feststellen, ob das passt.
Na ja. Das Steak war sehr gut, perfekt medium-well, die Meereettichsauce (eher pastös, eine Konsistenz wie Mayo, aber nicht so fett) super, die Pilze ungenießbar süß, die Pommes uninteressant.
Auf ein Dessert habe ich verzichtet, aber ein Espresso rundete das ab. Bezahlt habe ich knapp 49€.
Die Bedienung, eine junge Frau, war so überdreht freundlich, dass es schon wie eine Groteske wirkte.
Während ich aß kam eine Mail von Senior Constable Rose aus Oberon. Sehr, sehr nett. Jemand hätte ihn angerufen, um mein Falschparken zu melden. Natürlich wäre es kein schlimmes Vergehen und da ich so nett und höflich angefragt habe, hat er es gelöscht und als "Learning" eingestuft, wie ich vorgeschlagen hatte. Ich solle einfach schauen, dass ich mich an dem orientiere, was ich vorfinde, da hat er Recht. Ich bin beeindruckt. Das würde bei uns vermutlich nicht gehen.
Allerdings leider auch davon, dass mein Gefühl zu der oberflächlich netten Fassade nicht so falsch ist. Blockwartmentalität wie bei uns manchmal.
Aber der Polizist ist ein Lichtblick!😃
Mein Zimmer war wieder eine AirCon-Eishöhle. Sie kühlen ja die Zimmer, Autos usw. nicht auf eine angenehme Temperatur, sondern es muss KALT sein 🥶
- Charlotte Tina

- 17. März 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juli 2025
Donnerstag, 16. März
Die Nacht auf dem Boden war besser, als im Bett zu schlafen.

Heiß ist es. Sehr sehr heiß. Ich bekomme ja nicht schnell Sonnenbrand, aber hier wurde mir schnell klar, was Ozonloch praktisch bedeutet. 50er Sonnenschutz ist nett gemeint, besser ergänzend Hut und langärmelig, auch wenn viele Leute nur in Badesachen durch die Gegend laufen oder sich Stunden in diese verrückte Hitze knallen. "Eigentlich" und "nur" 34 Grad, aber es ist anders. Die Eingeborenen finden es auch heiß.
Ich spazierte erst etwas herum, Häuser ansehen, flüchtete dann aber spontan zu einer Pediküre, dann in einen Frozen Joghurt-Laden.
Am Pool war es nicht sooo voll, da gehen nur Schwimmer rein, die anderen sitzen in der Sonne. Es gibt auch keinen Schatten, keine Schirme oder Sonnensegel, außer am Café.
Ich hab mir Melone geholt für den Tag, frisch gepressten Saft, Kokoswasser.

Nun war ich fast entschlossen, mich nach Neuseeland abzusetzen, da fing Pavel (er hat 2 Jahre in Australien gelebt) an zu schreiben, was alles toll ist. Die Blue Mountains haben mich dann doch gereizt und sind fast um die Ecke. Das also noch, am Dienstag fliege ich nach Auckland, habe für drei Wochen einen Mietwagen angemietet, um Nord- und Südinsel abzufahren. Allerdings stellte sich dann raus beim weiteren recherchieren, dass bis Ende April alle Fähren zwischen Nord- und Südinsel zu allen Zeiten ausgebucht sind. Nerv. Ich hab die beiden großen Anbieter angeschrieben, ob noch was geht. Sonst muss ich stornieren und je einen Wagen für jede Insel buchen, das wird dann fast doppelt so teuer. Hurra. Das hat mich gestern zwei und heute fast vier Stunden gekostet, die Planung und Buchung und es ist lange noch nicht fertig. Der Preis der Spontaneität...
Freitag
Ein letztes Mal in den Iceberg Pool, Sushi bei Morgans zum Frühstück.
Dann ins Kleid geschmissen, zum Quay mit dem Bus und auf die Fähre nach Manley (20min) und sofort zurück. Schöne Fahrt.
Dann lief ich noch ins Viertel The Rocks, wo die Iren gerade begannen, zu trinken (St. Patrick's Day), aß eine Mince Pie und teilte den Teig mit lustig aussehenden Vögeln, die ich noch nicht kannte (hat jemand eine Idee, wie die heißen?).
Auf einer Bank saß ein netter Mann mit seinem Papageien, den er mir auf den Arm setzte, als ich mich etwas mit ihm unterhielt.
Über ein Boysenbeereneis (weshalb mauve und nicht orange?) ging es zur Oper.
Ich schmuggelte mich, weil viel zu früh, in eine geführte Tour, ein netter Lothringer wollte mich gleich mit auf sein Kreuzfahrtschiff nehmen, zwei Kanadierinnen waren für ein längeres Gespräch gut. Ich schlenderte mit meiner Mimosa durchs Haus und auf die Terrasse. Die Oper ist viel kleiner, als ich sie mir vorgestellt hatte und beige. Beige! Der Sockel ist braun. Innen ist sie aber schon hübsch; ich habe ein gewisses Faible für Opern und Konzerthäuser, das sind oft so schöne Bauwerke.
Die Darbietung war anders als gewohnt. Vielleicht bin ich eine Spaßbremse, aber in der Oper würde ich gern hören, was wie gesungen wird. Locker die Hälfte des Publikums kam von dem gigantischen Kreuzfahrtschiff, das gegenüber im Hafen vertäut war (von Genua aus vier Monate unterwegs). Es war ein nettes Programm, bis die Schunkelmentalität sich Bahn brach. Sie wollten die netten Leute auf der Bühne partout nicht ihren Job machen lassen.
Sie klatschten mit, sie sangen mit, sie grölten. Spätestens seit eine Tiefkühlpizza in Deutschland mit einer Kanzone aus Verdis Rigoletto beworben wurde (na, welche Marke? La donna è mobile
Qual piuma al vento....) haben sich einige Arien zu Gassenhauern gemausert. Andererseits-vielleicht war das im 19. Jahrhundert schon so.
Morgen früh hole ich am Flughafen den Mietwagen ab und dann geht es weiter ins Unbekannte.

















































































































































































































































































































