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  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 1. Aug. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Juli 2025

Nachdem ich mittags angekommen war, musste ich erst eine kurze Weile auf das Zimmer warten, aber bei einem Kaffee ging das flott und das Warten lohnte, es gefällt mir richtig gut.

Das Gebäude ist eine ehemalige Kaserne, es gibt einen schönen Innenhof mit einer Weinbar mit kleinem Restaurant. Die Angestellten sind super nett, quasi neben meinem Zimmer ist eine nette kleine Dachterrasse mit Abendsonne.

Ich hab um 13.30 meine Sachen im Zimmer abgeworfen und bin dann Richtung Altstadt (Gamla Stan) gelaufen, weil dort Bootsanleger sind. Die Pfeife beim Ticketverkauf war völlig lustlos und ich landete auf einer bekannten und außerordentlich beliebten und entsprechend belebten kleinen Ausflugs-Insel, statt eine Innenstadtfahrt zu machen (is it a roundtrip through the city? yes. can I hop on and off? yes. Sagte ich schon: Pfeife!?).

Danach lief ich rum und schaute.

Die Gässchen erinnerten mich an spanische Städte, die entspannt belebten Plätze an Paris oder auch Basel im Sommer, eine sehr schöne, warme Atmosphäre.


Eigentlich wollte ich abends nur einen kleinen Happen zu mir nehmen, und das im Hof des Hotels. Der Happen war ein erster kleiner Teller mit zartestem, gegrilltem Pulpo, gegrilltem Fenchel, Dill, dünnen Tranchen saurer Gurke, einer Tomatenessenz. Der Wahnsinn. Eine Geschmacksexplosion, unerwartet, sehr ungewöhnlich, dennoch harmonisch. Ich war begeistert, das war ein großer Genuss.

Dann musste ich ein Thunfisch-Tatar probieren, so eine sich unerwartet bietende Chance muss man packen, koreanisch angehaucht, auch sehr gut, sehr frisch im Geschmack. Dann, einfach weil ich neugieriger geworden war, was da noch für Aromen kommen würden, einen scharf gegrillten Kohl (der hatte deutliche Röstaromen) mit Gruyère, Butter und Auberginenpürree. Sensationell. Leider passte danach nicht mehr das geringste in mich rein. Miaouuuu.

Anschließend schlug ich mich von etwa 18:30 bis 2:00 mit der Veröffentlichung des Beitrags rum und schleppte mich morgens um 8:30 zum Kaffee und so etwas wie einem Kater-Frühstück; ich nenne es Blog-Frühstück.

Aus dem Hof zum Auto gelaufen und direkt losgeradelt. Ich liebe dieses kleine Rad. Bestimmt mehr als mein Bruder. (.....). Zuerst fuhr ich zum Vasa-Museum. Gestern auf der Insel hatte mir ein Stockholmer von der Vasa erzählt, eine tragische und spannende Geschichte, die mich gepackt hat, Seemannsgarn mit allem Drum und Dran:


„Der Bau des Schiffs wurde vom schwedischen König Gustav II Adolf in Auftrag gegeben und ab 1626 von rund 400 Männern und Frauen in Stockholm ausgeführt. Das gewaltige Schiff hatte drei Masten mit insgesamt 10 Segeln, maß 52 Meter vom Kiel bis zur Mastspitze an Höhe, war 69 Meter lang und wog 1200 Tonnen. Mit (…) 64 Kanonen (…).

Am 10. August 1628 machte man am Liegeplatz der Vasa (...) die Leinen los. Die Kanonen feuerten Salutschüsse aus den rundum geöffneten Stückpforten. Langsam lief das mächtige Schiff aus dem Hafen aus. Plötzliche Fallwinde führten dazu, dass es sich auf die Seite legte. Durch die geöffneten Stückpforten strömte Wasser in den Rumpf. Die Vasa sank. Von den rund 150 Menschen an Bord kamen dabei mindestens 30 ums Leben. Erst 333 Jahre später sollte die Vasa wieder aus den Wassermassen auftauchen."


Die Quelle, aus der ich hier zitiert habe, ist die Museumsseite. Das weiter zu lesen kann ich nur empfehlen, ist super spannend und informativ, genauso, wie es der Museumsbesuch war und der Anblick der Masten auf dem Dach des Gebäudes beeindruckend ist, die weithin zu sehen sind.

Faszinierend auch, dass das Schiff farbenfroh angemalt war. Man sieht ja immer nur das nachgedunkelte Holz bei so alten Wracks, weil die Farben sich gelöst haben, aber es war richtig bunt, die Reste gefundener Pigmente wurden analysiert. Auch die Taucherglocke war spannend, ich habe den Kopf drunter gesteckt und mir vorgestellt, damit in 30m Tiefe zu sein. Spooooooky. Also ein bereicherndes Erlebnis, geht da hin, wenn Ihr in Stockholm seid. Eintritt 18,34€.

Anschließend radelte ich kreuz und quer durch die Stadt, durch Gässchen und Straßen, bergauf und -ab (und es war an einigen Stellen extrem steil).

Vor einem Hotel stand eine Menschenmenge und ich dachte, Holy Gossip, wer mag da logieren? Einen Schaulustigen gefragt und zur Antwort bekommen, die Stones. Und alle wollten Mick Jagger sehen. Hallo?! Ich bin auch gerade in Stockholm?! Ich kann auch nicht singen?!


Dann dachte ich, kann ich mir ja schnell ein benötigtes T-Shirt und einen Badeanzug kaufen. Denkste, Puppe. Ich war überall drin. Filippa K., Sand, H&M, einem Luxus-Outlet, dem berühmten Kaufhaus Åhléns, einem Laden der Heilsarmee, Boss, Boutiquen, Second Hand Shops, Intersport….ich bin fassungslos, es ist mir nicht gelungen, ein ganz einfaches Shirt zu kaufen 😳

Und natürlich gab es einen Kompensationskauf, nämlich eine wasserfeste Mascara von Clarins (brauchte ich aber wirklich!) und, weil meine Nägel abbrechen wie dünnes Glas und vor Schreck einreißen, wenn ich "buh!" mache, aus der Apotheke nach ausführlicher Beratung zwei Komponenten-Lacke.

Was Stockholm besonders macht, ist, dass es auf großen Schäreninseln gebaut wurde und dadurch ist man von fast überall in kürzester Distanz am Wasser, weht einem der Wind um die Nase, überquert man eine Brücke. Es gibt sehr viele sehr alte und wirklich gut erhaltene Gebäude, die das Stadtbild wesentlich prägen. Und die City ist Radler freundlich, sowohl die Verkehrswege als auch, dass alle rücksichtsvoll im Verkehr miteinander umgehen. Außerdem fiel mir auf, dass die meisten Wohnhäuser maximal fünf Stockwerke haben, dadurch wirken die Straßen licht. Irgendwann war ich einfach nur platt, der leckere Cappuccino half nur bedingt weiter und ich entschied, mit dem Abendessen bodenständig zu bleiben und mal Köttbullar im Restaurant zu probieren. Im Meatballs for the people aß ich draußen in der Sonne. Sehr nett. Aber auch nicht mehr. Für 29,62€ inkl. 0,2l Bier finde ich die Ikea-Variante im Vergleich ehrlich gesagt genauso schmackhaft. Es sind halt Hackbällchen mit Kartoffelpü, als Kinder nannten wir sie Kotzböller (gab es in der TK-Version in unseren gefühlt so langen, flirrend heißen Schweden-Urlauben).

Dann noch etwas geradelt, ins Hotel und angefangen, diesen Blog fertig zu machen. Wie durch ein Wunder ohne Probleme. Morgen fahre ich weiter in den Süden Richtung Britta und Familie, da sollte ich am Mittwoch eintrudeln.


 
 
 
  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 1. Aug. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Aug. 2022

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Das, was ich gesehen habe, ist nicht meins. Zunächst: stinklangweilig. Ich bin 480Km in Finnland gefahren und habe mich fast die ganze Zeit woanders hin gewünscht. Birken, Kiefern, Straße, Schluss.

Neee, was es gerettet hat, waren die vielen Rentiere und heute auch Elche, ich habe bestimmt 30 gesehen, das war toll. Der Räucherlachs war köstlich. Die beiden Aufnahmen der Gewässer sind das Schönste, was mir in zwei Tagen untergekommen ist. Mit Ausschau halten. Ich bin gerade anderes gewöhnt 😎

Also stellte sich 50Km vor dem Bottnischen Meerbusen die Frage, wird es besser? Eigentlich wollte ich ja nach Helsinki, dann von Turku mit der Fähre nach Stockholm. Aber ich habe mich einfach nicht wohl gefühlt. Dauerregen bis auf ein paar Momente, die Menschen….einerseits viele ganz nett, aber irgendwie auch unbeholfen und eigen.

Das war Finnland für mich:

Die Häuser direkt an den Hauptstraßen gebaut, obwohl das Land riesig ist und 100m zurück gesetzt viel ruhiger wäre. Auch die Hütten sind alle an der Straße. Keine netten Ortschaften, keine hübschen Gebäude. Ich kam zum finnischen Polarkreis und da ist das Santa Claus Dorf. Eigentlich für Kinder. Entsetzlich dort😂 Es ist ein Outlet Center, mit dem Charme von Kaufland auf einer Autobahnbaustelle.

Das Land ist extrem dünn besiedelt (wie Norwegen gute 5 Mio), aber sehr wohlhabend. Sieht man nicht. Überall Schilder für Pizza/Burger. Die Straßen in mäßigem Zustand.

Es ist alles so lieblos.

Dann stellte ich mir Schweden vor, na ja, und bog rechts statt links ab. Einmal noch in einen Riesensupermarkt, ich wollte so gern noch etwas von Fiskars haben, ein schönes Tomatenmesser ist es geworden und ein Mittagssnack.

Dann war ich auch schon über die Grenze und wegen des Regens nahm ich wieder eine Hütte, eine schreckliche Bruchbude, aber für eine Nacht und 19,27€…..

Während ich schreibe, liege ich im Auto, weil ich diese Hütte einfach doch zu disgusting finde und es in Balu‘s Bauch viel gemütlicher ist. Hab den Schlüssel zurückgegeben und gesagt, was ich davon halte. Nur anonym bewerten ist ja auch doof. Keine Reaktion übrigens außer einem erstaunten Blick. Und eine halbe Stunde später, ich hatte das Auto fertig, bin schon etwas aus der Übung, kam der Platzbesitzer, ob ich mir eine andere Hütte ansehen wolle. Ich sagte, es sei schon in Ordnung, ich schliefe gern und gut im Wagen, aber er wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Die andere Hütte, klar, ist größer, sauber, neues Bett. Ich sagte, dass ich die Differenz zahlen wolle, das wollte er nicht. Oh je. Ich hätte eine einfache kleine Hütte angefragt. Ja, einfach und klein ist prima, aber sauber sollte sie sein und die Matratzen nicht… antik. Das hat er zugegeben, dass sie sehr alt sind. Igitt!!!!!!! Na gut, das war ja sehr nett von ihm, auch wenn das gar nicht mein Ziel war.

Ich riet ihm noch, diese Matratzen zu verbrennen. Der Gedanke war ihm selbst offensichtlich noch nicht gekommen, aber ebenso offensichtlich fand er ihn nicht ganz abwegig.


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Am nächsten Tag fuhr ich wieder, etwa 460Km, und mir wurde klar, dass ich mich schon wieder total stresse. Ich muss diese Strecke schaffen, ich muss nach Hause und sehen, ob mit meiner Wohnung alles okay ist (obwohl Donata sich allerbestens kümmert😘), ich muss mir einen neuen Job suchen (obwohl das in einem halben Jahr nicht anders laufen wird als nächste Woche und diese Auszeit ausreichend gesichert ist)…..mussmussmuss. Ein bisschen innerliche Ruhe hatte ich auf den Felsen bei Uddevalla (da, wo ich auch Heli geflogen bin) und am Nordkap für vielleicht eine halbe Stunde.

Also hielt ich in einer kleinen Stadt, um entspannt zu schlendern. Uuuund schon wieder ein Strafzettel über 40€ obwohl ich ein Ticket hatte. Saß 1h bei der Polizei. Die erste Polizistin sagte, wenn ich ein Strafticket bekommen habe, dann könne ich auch nicht bezahlt haben. Is ja logisch, wa?! Ich erwähnte, dass das gleiche in Malmö passiert sei und die Polizei einen Fehler zugegeben habe. Der zweite Polizist meinte, klar, ich hätte offensichtlich bezahlt. Das läge wohl daran, dass mein Auto nicht in Schweden registriert ist. Ich fragte, wie Touristen denn dann parken sollten. Darauf wusste er keine Antwort. Schildbürger. Es konnte wieder annulliert werden, ich bekam das gleiche offizielle Schreiben wie beim ersten Mal. Ich sammle die jetzt. Kleine Wette, dass das in Stockholm erneut passiert? Wer hält dagegen?


Wie auch immer, ich landete auf einem eigentlich wirklich hübschen Platz, aber die Hütte (48€) roch unangenehm und die Straße war zu laut zu hören. Ich lungerte etwas auf dem Steg rum und pulte Crevetten (räkor), die ich gleich am Morgen im Supermarkt gekauft habe (es gibt dafür eine eigene kleine Kühltruhe mit Schaufel und Tüten; das Kilo kostet zwischen 12€ und 15€).

Die nächste Etappe sollte kürzer sein, Stress reduzieren.


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Meine Station nach 290Km und einer kleinen Autoreinigung...

...ist ein wunderschöner Naturcampingplatz im hintersten Winkel und ziemlich schwedisch. Die Hütte ist nur für eine Nacht frei, sie haben aber auch nur zwei.


Die Schweden scheinen zwei Volksleidenschaften zu haben: alte amerikanische Straßenkreuzer, die wirklich zuhauf unterwegs sind, und Country & Western mit Verkleiden (also Cowboyhüte usw.) und der Musik. Da kann es schon mal haltlos zugehen :-)

Oh, und Hunde. Und die behandeln vor allem viele (auch junge) Frauen so, als wären sie, nun, etwas anderes als Hunde. Im Albertina war eine junge Frau, die hielt die ganze Zeit, auch während des Essens, einen mittelgroßen Hund im Arm. Er rührte sich nicht. Ich fragte, ob er krank sei. Neeeein, meinte ihr Partner, das sei ihr puppy und sie friere nur. Es gibt seeeeehr viele Hunde, die nicht laufen dürfen, sondern getragen werden. Viele junge Paare scheinen sich darauf zu fixieren. Ziemlich schräg.


Wald, Blaubeeren, nette Badestelle, schöne Terrasse, sehr klein, große Abstände. Keine Pilze (murr). Abends gab es Kyckling (Hähnchen) Terriyaki auf der Terrasse.

Nebenbei: es gibt für mich bei den Teilchen nun einen klaren Favoriten. Eine Hefeschnecke mit Mandeln, die anscheinend in gezuckerter Kondensmilch karamellisiert werden. Ganz großes Tennis! Eine Mischung aus lockerer Hefeschnecke und Florentiner. Der Pawlowsche Reflex setzt sofort ein, wenn ich sie erspähe.

Es gibt hier einige Achtungs- und Verbotsschilder, die ich bei uns noch nicht gesehen habe. Oder hat eine/r von Euch schon mal eine Warnung vor einem Sulky gesehen? Da war eine Trabrennbahn an einem Campingplatz und auf der Straße begegnete mir tatsächlich eins.

Ich blieb noch eine Nacht und hatte es schön im Auto. Den "freien" Tag habe ich endlich mal wieder mit Radeln verbracht, war ein paar Stunden auf dem Steg. immer wieder baden, habe mich an wilden Himbeeren gütlich getan, mir eine Räucherei und eine kleine Glashütte angesehen, war essen im Albertina (leider miserabler Service und mäßiges Essen).


Zu den täglichen Routinen gehört das Auffüllen der Wasserflaschen, Ausschau halten nach Mülleimern (damit der Wagen nicht so aussieht, das geht schnell), Kaffee mahlen.


Für die beiden Nächte, Hütte und Zelt (Balu), zahlte ich 67,08€.


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Der Sonntag brachte mich 280Km weiter bis nach Stockholm. Hier habe ich für zwei Nächte ein Zimmer (137€ mit Frühstück) gebucht im Hotel Nofo. Die Einfahrt und die Parkplatzsuche (auf der Straße, 18€ bis Dienstag um 7:00) haben mir fast schon den Rest gegeben, ich war soooo kurz davor, zu stornieren und wieder in die Natur zu flüchten. Aber Stockholm sollte ich denn doch mal ansehen. Mehr später im Beitrag dazu.

Da ich (es ist jetzt 1:43) schon wieder seit etwa 18:00 versucht habe, diesen Blog online zu stellen und es immer schlimmer wird, meine Empfehlung, WordPress für solche Vorhaben zu wählen und nicht Wix. Bei WP gibt es wesentlich mehr Funktionen, die ohne noch mal extra Zahlung zur bezahlten Seite nutzbar sind und besser funktionieren und individualisierbar sind. Uploads haben fast immer problemlos geklappt (wenn nicht, wusste ich, weshalb), die App war gut und funktional. Mit Wix habe ich nur Probleme und schon keine rechte Lust mehr deshalb (sorry.....). Ich schreibe manche Beiträge zehn Mal, dabei geht leider auch einiges verloren.

Der Support bei WP war nicht soooo superfreundlich, aber hilfreich. Hier stehe ich ziemlich allein da.







 
 
 
  • Autorenbild: Charlotte Tina
    Charlotte Tina
  • 26. Juli 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Aug. 2022

In Finnland war ich noch nie. Ich habe einige (zugegebenermaßen seltsame) Vorurteile gegenüber Finnen, das muss ich gestehen. Basierend auf den Leningrad Cowboys (da war vor langer Zeit in Berlin ein tolles Konzert in Kreuzberg 36), Filmen von Aki Kaurismäki, der Serie Bordertown, Krimis von Leena Lehtolainen und ganz eigener (aber schöner) finnischer Belletristik wie Populärmusik aus Vittula von Mikael Niemi; und der fest verwurzelten Idee, dass fast alle männlichen Finnen vermutlich Alkoholiker sind (ich entschuldige mich bei allen FinnInnen, aber lügen wäre ja noch doofer). Es kann also nur besser werden.

Nach den dänischen, schwedischen und norwegischen Kronen nahm ich an, es ginge so weiter, aber Finnland hat den Euro.

Klassische Bildungslücke.

Ich überquerte also morgens in Karigasniemi die Grenze. Dann kam 60Km lang nix. Eine fast gerade Straße, links und rechts karger Boden, darauf Laub- und wenige Nadelbäume, super viele Pilze, Gras, Heidekraut, Moos.

Eine automatische Zapfsäule und ein Luftdruckgerät kamen noch mal 20Km später, und da schon wieder der Alarm anschlug, prüfte ich und stellte fest, dass der Reifen hinten links von 2,8bar vom Vortag auf 2,0 verloren hatte. Mist, also doch kein Fehlalarm sondern ein Miniloch. Die nächste Werkstatt zeigte Google mir in 65Km Entfernung, weit hinter meinem Ziel Inari. Na gut.

Die jungen Männer in der Werkstatt im Wald im Regen waren super nett. Balu musste auf eine Hebebühne, die waren beide besetzt, also eine halbe Stunde warten, nicht schlimm. Sie haben den Reifen geflickt, das war interessant, mit etwas, das aussah wie eine geschmolzene, ausgeblichene Erdbeerlakritzstange. Es war ein extrem klebriges Gummi-Irgendwas mit Drähten im Inneren. Er nahm einen Schraubendreher, pulte den Übeltäter, ein scharfkantiges Stück Plastik raus, und stieß dann in das Loch. Mir war nicht ganz wohl dabei, aber er wirkte sehr souverän. Dann nahm er die rote Wurst, knickte sie und schob sie mit sehr viel Kraft in das Loch, schnitt den Überstand ab und sagte, das hielte jetzt. Und das tut es bislang. 25€ und als ich Trinkgeld geben wollte weil sie mir so schnell und nett geholfen haben war er entrüstet.



Dann fuhr ich zu meinem ersten finnischen Supermarkt. Das ist immer einer der tollsten Momente in einem neuen Land für mich! Ich liiiiiebe es. Sehr groß, sehr gut sortiert. Ich habe noch nie so viele Sorten Würstchen (mehrere Meter!) und Räucherlachs gesehen. Verrückt.

Lachs nahm ich mit und suchte dann Meerrettich. Nüscht. Dann fragte ich und stellte fest, dass die in der Werkstatt keine Ausnahme waren, sondern fast alle, die ich ansprach, sogar schlechter sprechen als ich oder gar nicht. Krasser Gegensatz zu Dänemark, Schweden und Norwegen. Horseraddish war völlig unklar. Deepl sagte dazu Piparjuuri. Aaaaah, Gemüse, den gab es nur frisch. Lecker, reibe ich ihn eben selbst. Wie gesagt, ein großer Markt und sechs Leute waren irgendwann beteiligt und erfreut, geholfen haben zu können. Sehr nett. Aber die Menschen könnten auch Arabisch reden und schreiben, wäre genauso unklar. Einkaufen ist ein Flug nach Sicht.


Würstchen-Video:


Ich fuhr weiter. Auf dieser Straße sind größtenteils 100Km/h erlaubt, aber ständig (manchmal vier auf 500m) laufen Rentiere auf der Straße rum, tiefenentspannt.

Also stark abbremsen, Hallo sagen, weiter.



Vorgestern bin ich schier ausgerastet bei meinem ersten Rentier, zwei Tage später betrachte ich sie fast schon wie Schafe. Erstaunlich.

Mit Grenzüberschreitung sind plötzlich doch einige Mücken aufgetaucht. Wie geht das? Aber ich habe einen Vorrat Autan dabei! Sie erwischen mich trotzdem.


Zwischendrin kam eine gute Nachricht von Birgit und ich entschied mich musikalisch für Sister Sledge. Balu war für eine Dreiviertelstunde eine fahrende Discokugel.


Hütten gibt es einige (mit etlichen Km Abstand dazwischen), aber fast nur an der Hauptstraße, nicht so schön. Ich habe mich an einem Fluss eingemietet bei einem Schotten und einer Finnin, die Liebe. 89€, dafür mit winziger Küche und einem WC. Finnland, hatten mir gestern schon zwei Nette aus Marzahn erzählt die von hier kamen, ist noch teurer als Norwegen. Mal sehen.


Zum Abendessen gab es endlich mal wieder Salat und ich habe weinend den so potenten Meerrettich gerieben für meine Lachsstulle morgen Vormittag.


Was auffällt im Gegensatz zu den anderen skandinavischen Ländern, ist eine deutlich reduziertere Infrastruktur. Mal sehen, was noch so zu erzählen ist die Tage und wann und wo ich wieder nach Schweden wechsle. Fragen zu Finnland? Soll ich etwas rausfinden? Her damit! Und überhaupt gern Feedback, was nicht von Interesse ist, was besonders.

Der Support behauptet, die Kommentarfunktion ganz ganz unten auf jeder Beitragsseite würde funktionieren. Wenn ich es probiere, dann ist das nicht so, aber weiß der Geier…, vielleicht bei Euch?

 
 
 
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